Fresach: Feuerwehr gegen FPÖ-Bürgermeister

Fresach ist eine kleine Gemeinde im Bezirk Villach-Land. Rund 1.300 EinwohnerInnen gibt’s, Franz Klammer ist dort geboren und Ehrenbürger, und seit März dieses Jahres hat die Gemeinde, die sich auch „Luftkurort“ nennen darf, einen blauen Bürgermeister. Seit wenigen Tagen gibt es in der Gemeinde einen heftigen Konflikt. Der FPÖ-Bürgermeister hat die Finanzreferentin der Gemeinde gekündigt – ohne Angabe von Gründen. Das empört viele, auch die Feuerwehr.

Auf der Homepage der Gemeinde Fresach ist alles noch in Ordnung. Die Gekündigte wird noch auf der MitarbeiterInnen-Liste angeführt, in der Gemeindezeitung vom April bedankt sich der neu gewählte Bürgermeister Altziebler „auch bei den Mitarbeitern im Gemeindeamt …….schon im Vorfeld für die gute Zusammenarbeit“.

Das gilt offensichtlich nicht für die Finanzreferentin. Die junge Frau , die seit zwei Jahren für die Gemeinde tätig ist, hat – auf Wunsch des Amtsvorgängers- auch die Amtsleiterprüfung erfolgreich absolviert, es gab keine Beschwerden und auch im persönlichen Kündigungsgespräch mit dem Bürgermeister erfuhr sie keine Gründe für die Kündigung. Vier Planstellen sind für die Gemeinde Fresach ausgewiesen, nach dem Abgang der Finanzreferentin wären nur mehr zwei besetzt. Es kann daher auch nicht der Spardruck sein, der auf einer Gemeinde wie Fresach lastet.


Aus dem „Mitteilungsblatt der Gemeinde Fresach“

Der Bürgermeister denkt auch schon über Nachbesetzung nach – allerdings soll das nur mehr ein Teilzeit-Job werden. Nicht nur die Betroffene sagt daher: „Die Entlassung ist politisch motiviert“ (Kleine Zeitung Kärnten, 8.7.2015).

Viele in der Gemeinde und auch die Gewerkschaft vermuten, dass die Kündigung erfolgte, weil ihr Bruder Gemeinderat der ÖVP ist. SPÖ (5 Mandate) und ÖVP (3 Mandate) hätten zwar eine Mehrheit im Gemeinderat und wollen auch gegen die Kündigung ankämpfen, aber über die Kündigung entscheidet der Bürgermeister, der jede politische Motivation bei der Kündigung von sich weist.


(c) Frank Behnsen, CC BY-SA 2.0 DE

Jetzt kämpft die Fresacher Zivilgesellschaft gegen den Entscheid des Bürgermeisters. Eine Facebook-Seite „Solidaritätsbekundung mit Kathrin Moser“ wurde eingerichtet, die örtliche Volkstanzgruppe hat laut „Kleine Zeitung“ (9.7.2015) Austritte angekündigt (vermutlich aus der FPÖ) und die Freiwillige Feuerwehr geht auf harte Opposition zum Bürgermeister.

Die Freiwillige Feuerwehr Mooswald (Katastralgemeinde von Fresach) hat den Beschluss gefasst, dem Bürgermeister die Teilnahme an ihren Veranstaltungen zu untersagen. Unter denen, die zugestimmt haben, war auch der FPÖ-Vizebürgermeister. Als Begründung erklärte er der „Kleinen Zeitung“ (18.7.2015):

„Ich will, dass bei der Feuerwehr endlich Ruhe einkehrt, darum habe ich dem Beschluss zugestimmt“. Dem Bürgermeister gegenüber hat er seine Zustimmung anders begründet – mit Schnellschuss und Erpressung. Der will rechtliche Schritte einleiten „gegen all diese Aktionen“. Gegen wen? Gegen seinen blauen Vize? Gegen die Volkstanzgruppe? Oder gegen die freiwillige Feuerwehr? Da sollte sich der Bürgermeister aber gut anziehen, damit er nicht nass wird!