Wien: Prozess gegen „Unsterblich“-Neonazis

Am 27. Okto­ber des Vor­jahres hat ein Trupp gewalt­tätiger Neon­azis, offen­sichtlich Mit­glieder des Fan­klubs „Unsterblich“, das Ernst-Kirch­weger-Haus in Wien-Favoriten über­fall­en. Die Neon­azis stürmten mit abge­broch­enen Besen­stie­len, Hol­zlat­ten und Bier­flaschen das linke Ver­anstal­tungszen­trum. Ein Angreifer schlug einen Gew­erkschafter nieder, zwei Kol­le­gen attack­ierten den Aggres­sor. Jet­zt ste­hen sie gemein­sam mit den Neon­azis vor Gericht.

In der Anklageschrift wer­den sieben Per­so­n­en genan­nt, die sich wegen des Ver­dachts des Haus­friedens­bruchs ab 9. Sep­tem­ber vor dem Lan­des­gericht Wien ver­ant­worten müssen. Ein­er von den Neon­azis muss sich auch noch wegen der Kör­per­ver­let­zung, began­gen an dem linken Gew­erkschafter Rudi F., ver­ant­worten: Er hat­te ihm laut Anklage mehrere Faustschläge auf den Kopf ver­set­zt, wodurch F. eine Schädel­prel­lung und eine Ris­s­quetschwunde unter dem linken Auge erlitt. Die zwei Kol­le­gen, die Rudi F. zu Hil­fe eil­ten, um ihn von dem Angreifer befreien, wur­den eben­falls wegen Kör­per­ver­let­zung angeklagt.

Die Anklage behan­delt den Angriff der Neon­azi-Truppe wie einen stin­knor­malen Raufhan­del; in der Anklageschrift wird der recht­sex­treme Hin­ter­grund der Angreifer nicht mit ein­er Silbe erwäh­nt. Zwar beschreibt die Anklage, dass sich die Angreifer gewalt­sam Zutritt in das Ernst-Kirch­weger-Haus ver­schafften, „um so auch in die Räum­lichkeit­en des Vere­ins „ATIF“ zu gelan­gen und dort gegen die Mit­glieder dieses Vere­ins gewalt­tätig vorzuge­hen“, ver­wen­det aber keinen Gedanken auf das recht­sex­treme Motiv. Hof­fentlich wird das Ver­fahren bess­er als die Anklageschrift!