Großrussland, Dugin, Strache, ein Oligarch & die fünfte Kolonne

Wie der Schweiz­er „Tage­sanzeiger“ enthüllte, trafen sich im Wiener Palais Liecht­en­stein rus­sis­che Eurasien-Ver­fechter mit ‚Putins fün­fter Kolonne‘, Vertretern von recht­sex­tremen Parteien, darunter Ata­ka , Front Nation­al und FPÖ, die promi­nent mit Stra­che, Johann Gude­nus und Johann Her­zog auf­marschiert war. Das Tre­f­fen war streng geheim.


Ras­sist Alexan­der Dug­in und Aktivsten der Bewe­gung des Eura­sis­mus, Bildquelle: anton-shekhovtsov.blogspot.co.at
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Das Tre­f­fen, an dem von rus­sis­ch­er Seite der stramm rechte Eurasien-Ide­ologe Alexan­der Dug­in, der nation­al­is­tis­che Maler Ilja Glasunow und der Oli­garch Kon­stan­tin Mal­ofeef als Gast­ge­ber und Finanzi­er der Stiftung „Sankt Basil­ius der Große“ teilgenom­men haben, missver­stand sich als his­torische Rem­i­niszenz an den „Wiener Kongress“ von 1814 : „Tat­säch­lich wurde aber im prunk­vollen Fest­saal des Palais wenig über Geschichte und viel über die Zukun­ft gesprochen“. So verdächti­gen rus­sis­che Medi­en den Oli­garchen Mal­ofeef etwa der Unter­stützung der prorus­sis­chen Sep­a­ratis­ten in der Ukraine. Beim Wiener Tre­f­fen mah­nte er laut „Tagesspiegel“ den FPÖ-Chef Stra­che ab, als der ein Handy-Foto schoss.


Eura­sis­mus und seine Wunschträume
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Alexan­der Dug­in war schon 2009 als Ehren­gast beim Burschen­schafter­ball vertreten. Der Eurasien-Ide­ologe propagiert schon seit Jahren ein europäisch-asi­atis­ches Bünd­nis unter rus­sis­ch­er Führung, mit rus­sis­chen „Werten“ gegen die west­liche Dekadenz. Für Dug­in ste­ht fest, dass es in Europa eine fün­fte Kolonne gibt, die diese Vorstel­lun­gen und Werte unter­stützen. Die „Presse“ schreibt dazu:

„Der Ide­ologe äußerte sich anerken­nend über die „abso­lut prorus­sis­che Posi­tion“ der FPÖ, „die uns (in den Kon­flik­ten, Anm.) in Abchasien, Osse­tien und Georgien unter­stützt“. 30 Prozent des öster­re­ichis­chen Par­la­ments sei von „Fre­un­den Rus­s­lands“ kon­trol­liert, erk­lärte Dug­in weit­er“.


Anti­semit David Duke und Ras­sist Alexan­der Dug­in, Bildquelle: anton-shekhovtsov.blogspot.co.at
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Der „Tagesspiegel“ präzisiert: “In ein­er TV-Ansprache im April schlug Dug­in vor, Europa auf friedlichem Weg zu einem rus­sis­chen Pro­tek­torat zu machen und es damit vor Homoe­hen, Pussy Riot und vor sich selb­st zu schützen“.

Beim Wiener Tre­f­fen, das zur gle­ichen Zeit wie der „Life-Ball“ stat­tfand, war auch ein ital­ienis­ch­er His­torik­er anwe­send, der in der Ver­gan­gen­heit schon mal „Erd­beben und Tsuna­mi in Japan zur Strafe Gottes und den Unter­gang des Römis­chen Reichs mit dessen Tol­er­anz der Homo­sex­u­al­ität“ erk­lärt hatte.

Welche Hal­tung die Vertreter der FPÖ zu den Vorstel­lun­gen Dug­ins und der anderen Pro­po­nen­ten über ein rus­sis­ches Pro­tek­torat, Homo­sex­u­al­ität und „Werte“ bei dem Tre­f­fen vertreten haben, ist nicht bekan­nt. Stra­che, der vom ORF dazu befragt wurde, erk­lärte dem ORF treuherzig, dass er als pri­vate Per­son teilgenom­men habe… 

Viele Fans der Blauen haben den Wan­del schon vol­l­zo­gen und sind von alten Rus­s­land-Fein­den („Geht’s doch rüber!“) zu glühen­den Putin-Fre­un­den mutiert, die so wie ihre Parteiführung nicht nur die Außen- und Bünd­nis­poli­tik Rus­s­lands vertei­di­gen, son­dern auch die rus­sis­che Innen­poli­tik mit ihren repres­siv­en Maß­nah­men z.B. gegen Oppo­si­tionelle und Homo­sex­uelle rechtfertigen.

Siehe auch: Wiener Zeitung — “Heilige Allianz gegen die ‚Schwu­len­lob­by‘“.