FPÖ: „Aus für Elmar“?

Und wieder ein­mal ste­ht ein­er der Kleinen, Fleißi­gen und Anständi­gen unter Ver­dacht. Elmar Dirn­berg­er, mehrheitlich­er Eigen­tümer der Mag­num Immo­bilien GmbH und frei­heitlich­er Man­datar in der Wirtschaft­skam­mer, soll bis zu ein­er Mil­lion Euro verun­treut haben, meldet das Mag­a­zin „For­mat“ (Nr. 49/2011).

„For­mat“ schreibt, dass neben der Polizei auch Anwälte betrof­fen­er Liegen­schaften Anzeige gegen den früheren Bezirk­srat der FPÖ und frei­heitlichen Man­datar in der Wirtschaft­skam­mer einge­bracht haben. Dirn­berg­er, der über seine Gesellschaft auch Liegen­schaften ver­wal­tet, soll dabei Gelder abgezweigt haben. Dirn­berg­er weist die Vor­würfe von sich und behauptet, dass „durch Exmi­tar­beit­er Fehler in der Buch­hal­tung passiert seien“ (For­mat 49/2011).


Elmar Dirn­berg­er, mehrheitlich­er Eigen­tümer der Mag­num Immo­bilien GmbH
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Der Rechtsvertreter von zwei Liegen­schaften sieht das anders: „Aus Kon­toauszü­gen geht her­vor, dass ohne ersichtlichen Grund Beträge auf die Kon­ten von frem­den Liegen­schaften über­wiesen wor­den sind. Auch flossen Gelder von diesen Liegen­schaften an weit­ere Liegen­schaften“ (For­mat 49/2011).

Jet­zt ist jeden­falls die Staat­san­waltschaft Wien am Zug. Beim Pok­ern, das seine eigentliche große Lei­den­schaft sein dürfte, gab’s jeden­falls in let­zter Zeit mehrmals schon ein „Aus für Elmar“. Das „Immo­bilien­magazin“ hat seine dies­bezüglichen Aktiv­itäten akribisch aufge­lis­tet. In der Branche ist Dirn­berg­er, der vor Jahren auch als Auf­sicht­sratsvor­sitzen­der der recht­sex­tremen „Aula“-Verlagsgesellschaft fir­mierte, als „Vizepräsi­dent“ und „Sprech­er“ des Rings öster­re­ichis­ch­er Mak­ler (RÖM) bekan­nt. Als Sprech­er des RÖM liefert sich Dirn­berg­er nicht nur etliche Fights mit seinem Fachver­band, son­dern hat die Immo­bilien­mak­ler auch aufge­fordert, weit­er­hin drei Monatsmi­eten von Woh­nungssuchen­den zu ver­lan­gen: “Ein ein­deutiger Rechts­bruch“, wie der Fachver­band­sob­mann Mal­loth in einem Stan­dard-Inter­view kri­tisierte. Die FPÖ unter­stützt auch im Nation­al­rat die Anliegen der ver­armten frei­heitlichen Immo­bilien-Mak­ler.


„Aus für Elmar“
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Dirn­berg­er, der „Wolf“, hat es auch zu ein­er loben­den Erwäh­nung durch die alpen-donau-Nazis gebracht, als er gegen Ariel Muz­i­cant in ein­er Presseaussendung mit dem beze­ich­nen­den Titel „Ist Speku­lant Muz­i­cant als Vor­sitzen­der der IKG über­haupt trag­bar?“ zu Felde zog (kellernazisinder.at).


„Der Wolf heult nicht mehr”
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Da ver­wun­dert es nicht weit­er, dass Dirn­berg­er auch Prokurist, Geschäfts­führer und Gesellschafter ein­er Gesellschaft war, die unter „Leben­sraum Daten­ver­w­er­tungs- und Immo­bilien­ver­mit­tlungs GmbH“ einge­tra­gen ist. Zu den illus­tren Gesellschaftern dort gehörte früher auch der jet­zige FPÖ-Nation­al­ratsab­ge­ord­nete Johannes Hüb­n­er und eine Deutsche Ost Aktienge­sellschaft mit dem Fir­men­sitz in der Steueroase Delaware (USA). Als Geschäfts­führer der Gesellschaft war zeitweise Clemens Otten tätig, der 2002 die Neon­azi-Demo gegen die Wehrma­cht­sausstel­lung angemeldet hat. Otten hat­te noch vor weni­gen Jahren als „Gen­er­alsekretär“ des Rings Frei­heitlich­er Jugend (RFJ) amtiert.

Seine Mit­glieds­beiträge an die Wirtschaft­skam­mer liefert Dirn­berg­er seit 2011 jeden­falls auch nicht mehr bei der Kam­mer ab, son­dern legt sie auf ein Kon­to beim Notar Har­ald Ste­fan, der auch FPÖ-Abge­ord­neter zum Nation­al­rat und „Olympe“ ist. Dirn­berg­er: „Das Totenglöckchen läutet das Ende des Zun­ft­sauri­ers Wirtschaft­skam­mer ein“. Hat er sich da vielle­icht verhört?