Fjordman, Sarrazin und der Bauernbund

Der Inter­net-Blog­ger Fjord­man, dessen Schriften den ide­ol­o­gis­chen Über­bau für Anders Behring Breivik bilde­ten, hat sich in einem Inter­view mit der nor­wegis­chen Zeitung „VG“ geoutet und gle­ichzeit­ig seinen dig­i­tal­en Ruh­e­s­tand angekündigt, schreibt die „Presse“.


(Quelle: vg.no)
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Ped­er Are Jensen, so sein richtiger Name, zieht sich auf unbes­timmte Zeit als Blog­ger zurück. Den Namen „Fjord­man“ will er keines­falls mehr ver­wen­den. Fjord­man, der Ide­ologe der anti­is­lamis­chen Hass-Szene, glaubte zunächst an einen islamistis­chen Ter­ror-Anschlag in Oslo und war „sprach­los“, als die tat­säch­liche Täter­schaft offen­bar wurde. Eine weit­erge­hende Ver­ant­wor­tung von sein­er Seite sieht Fjord­man den­noch nicht, denn“ ich erlebte nie, dass jemand wegen dessen, was ich geschrieben hat­te, zu Gewalt griff, und Hun­dert­tausende hat­ten mich gelesen“(Die Presse).

Die Blogs von Fjord­man kur­sieren nicht nur über zahlre­iche anti­is­lamistis­che Web­sites, son­dern wer­den in Öster­re­ich etwa auch über Mail weit­erg­ere­icht, etwa vom „Forum für freie Mei­n­ungs­bil­dung in Oberöster­re­ich (+ Umge­bung)“. Als „Haupt­feind“ wird da nicht etwa der Islam, son­dern die „Ange­bot­sna­tion“, also jedes Land, das Migran­tInnen aus nichtwest­lichen Kul­turen aufn­immt, aus­gemacht: Fjord­man spricht deshalb von einem „über­greifend­en west­lichen Bürg­erkrieg“ bzw. einem „mul­ti­kul­turellen Weltkrieg“, über den diese Auseinan­der­set­zung entsch­ieden würde. Breivik hat sich bei seinen Mor­dan­schlä­gen an diese ide­ol­o­gis­che Sch­ablone gehal­ten und mit seinem Ter­ror auf die nor­wegis­che Regierungszen­trale ein­er­seits und die sozialdemokratis­chen Jugendlichen gezielt, die für Fjord­man und Breivik die „anti­weiße Linke“ darstellen. Auf Wern­er Königshofers Face­book-Seite wird der über­greifende west­liche Bürg­erkrieg eben­falls disku­tiert – auf Königshofer-Niveau halt!


Königshofer-Niveau
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Die intellek­tuellen Kapazun­der des steirischen ÖVP-Bauern­bun­des, allen voran deren Präsi­dent Franz Gril­litsch, wollen die Debat­te auf ähn­lichem Niveau weit­er­führen und haben sich dazu Thi­lo Sar­razin („Deutsch­land schafft sich ab“) für den 29. Sep­tem­ber nach Graz ein­ge­laden, wie „pro­fil“ meldet.

Sar­razin, der sich in der BRD eine glühende Fange­meinde aufge­baut hat, die von den Neon­azis über diverse rechte Zerg­erl­parteien wie „Die Frei­heit“ und „Pro Deutsch­land“ bis hin zur CSU reicht, darf auch in Graz mit Zus­trom aus dem recht­sex­tremen Eck rech­nen. In diversen Foren wird zum Ter­min der Podi­ums­diskus­sion schon mobilisiert.