Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Analyse | Dokumentation

Lesezeit: 3 Minuten

Gezielter Massenmord durch Hunger

Vor 70 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel Nazi-Deutschland die Sowjetunion. Nach Plänen des NS-Terroregimes sollten zig Millionen Menschen in den besetzten Ostgebieten verhungern.

24. Juni 2011


Der Text erscheint mit freundlicher Genehmigung von Anton Maegerle und wurde zuerst auf vorwärts.de veröffentlicht


Am 22. Juni jährt sich der Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion zum 70. Mal. Der Karlsruher Historiker Wigbert Benz dokumentiert mit „Der Hungerplan im ‚Unternehmen Barbarossa’ 1941“, dieses NS-Großverbrechen, bei dem Millionen Menschen verhungerten.

Im Vernichtungskrieg, den das NS-Regime gegen die Sowjetunion führte, starben mindestens vier Millionen Menschen in den besetzten Gebieten. Außerdem starben mehr als zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene. Sie sind Opfer des NS-Konzepts des gezielten Massenmordes durch Hunger. Da der größte Vernichtungskrieg in der Geschichte nicht so verlief, wie von den NS-Machthabern vorgesehen, wurde der Hungerplan nicht in vollem Umfang in die Tat umgesetzt.

Sowjetische Gebiete um „unnütze Esser“ bereinigen

Wigbert Benz analysiert zunächst die von „Reichsmarschall“ Hermann Göring in Auftrag gegebenen Planungen: Beim so genannten Russlandfeldzug sollten Millionen Menschen verhungern, um die Ernährung im Deutschen Reich und in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten der Sowjetunion zu sichern. Göring wurde, heute ist dies selbst in Historikerkreisen vergessen, explizit auch als Verantwortlicher für dieses Hungervorhaben bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zum Tod verurteilt.

Im zweiten Teil skizziert Benz den Forschungsstand zum Vernichtungscharakter des Feldzuges gegen die Sowjetunion. Außerdem beleuchtet er die Kriegführung und Besatzungspraxis des NS-Regimes. Die Konzeption des „Hungerplans“ ist für Benz der Kern des nationalsozialistischen Weltbildes, mit seiner Einteilung der Völker in wertvolle und minderwertige. Für die als wertvoll eingestuften, an der Spitze die Deutschen, sollte Lebens- und Wirtschaftsraum im Osten erobert werden. Die sowjetischen Gebiete sollten um „unnütze Esser“ bereinigt werden.

Richtlinien für den „Hungerplan“ in Görings „Grüner Mappe“

Im Fokus der Analyse des dritten Kapitels stehen die zentralen Dokumente des Hungervorhabens. Am 2. Mai 1941 wurde der Plan, „zig Millionen Menschen verhungern“ zu lassen im Protokoll der Besprechung des Chefs des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamtes im Oberkommando der Wehrmacht (OKW), General Georg Thomas, mit den Staatssekretären aller wirtschafts- und sozialpolitisch wichtigen Ressorts festgehalten. Weitere Richtlinien gaben die Wirtschaftsorganisation Ost im Vierjahresplan vom 23. Mai 1941 und Görings „Grüne Mappe“ vom 1. Juni 1941 vor. Ziele und Methoden zur wirtschaftlichen Ausbeutung der zu besetzenden Ostgebiete wurden festgelegt.

Am Rande seiner Monografie stellt Benz ein für alle mal klar, dass die von rechtsextremen und geschichtsrevisionistischen Kreisen immer wieder bemühte Präventivkriegsthese, wonach Hitler-Deutschland einem Überfall Stalins auf das deutsche Reich lediglich zuvorkam, ins Reich der Legenden und Mythen gehört. Mutmaßungen über Angriffabsichten Stalins, so Benz, sind „nicht nur unbewiesen“, sondern haben bei der „Entscheidungsfindung der deutschen politischen und militärischen Führung an keiner Stelle eine Rolle gespielt“.

Enttäuscht bilanziert Benz, dass der NS-Terror der aktiv betriebenen Hungerpolitik bislang im deutschen Sprachraum kein Thema ist. Dabei handle es sich nach dem Holocaust um das größte Massenverbrechen des NS-Regimes. Die glänzende Analyse von Benz ist ein entscheidender Schritt dieses Thema zu beleuchten.


Wigbert Benz, Der Hungerplan im „Unternehmen Barbarossa“ 1941, Berlin 2011, Wissenschaftlicher Verlag Berlin wvb, 84 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86573-613-0.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Analyse, Dokumentation
Schlagwörter: Holocaustleugnung/-verharmlosung | Nationalsozialismus | Weite Welt

Beitragsnavigation

« Nationalrat und Widerstand: eine zutiefst österreichische Debatte
Königstiger steckt im braunen Schlamm! »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter