USA: Neonazi erschossen –vom eigenen Sohn?

Der Regionalführer der Nationalsozialistischen Bewegung (National Socialist Movement – NSM) in Südkalifornien, Jeff Hall (32) ist am 1. Mai um 4h früh in seinem Haus in Riverside erschossen worden.

Die Polizei, die von den Nachbarn alarmiert wurde, fand Jeff Hall tot auf. Die tödliche Kugel wurde möglicherweise von seinem Sohn abgefeuert. Die Polizei nahm den 10-Jährigen (!) fest und erklärte, dass es keine weiteren Verdächtigen gebe.

Noch am Samstag hatte Hall seine Getreuen versammelt – in Anwesenheit eines Reporters der New York Times, um sie für einen Einsatz als Paramilitärs in Arizona an der mexikanischen Grenze zu mobilisieren. Seine eigene Parole hat ihm offensichtlich nicht gut getan: „Kameraden, entsichert Eure Glocks (Pistolen)…“!

Die NSM gilt als die größte der vielen kleinen Neonazi-Gruppen in den USA, von denen jede brandgefährlich ist, weil ihre Mitglieder nicht nur verrückte Spinner sind, sondern auch zum Waffengebrauch neigen.

Im Herbst 2008 wurden zwei Neonazis festgenommen, die einen Mordanschlag auf den damaligen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama geplant hatten.

Im Jahr 2009 hatte der vorbestrafte Nazi James von Brunn (89) im Washingtoner Holocaust- Museum das Feuer auf die Besucher eröffnet und einen Wachmann getötet. Brunn starb noch in U-Haft Anfang 2010.

Die Nachbarn von Hall trauern jedenfalls nicht: „Es war zum Fürchten hier. Hoffentlich sehen wir niemand von denen mehr hier.“

Siehe auch:

  • nytimes.com – White Supremacist Leader Is Shot and Killed at Home; Young Son Is Held
  • huffingtonpost.com – Neo-Nazi Leader Jeff Hall Shot Dead in His Home; 10-Year-Old Son Detained