Probleme mit Nazis in Salzburg

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Wie der ORF berich­tet, ist der Kul­tur­ver­ein Sub Salz­burg seit Wochen Ziel von Angrif­fen von Neonazis.
Anfangs waren es Fla­schen­wür­fe gegen das Haus des Kul­tur­ver­eins, dann wur­de eine Tür ein­ge­tre­ten und am 27. Novem­ber wur­den von den Neo­na­zis Besu­che­rIn­nen des Ver­eins­lo­kals ange­grif­fen und verletzt.

Auf der Sei­te des Kul­tur­ver­eins Sub fin­det sich neben einer Stel­lung­nah­me („Wir haben ein Pro­blem…”) auch eine Auf­lis­tung der Vorfälle:

Chro­no­lo­gie einer Eskalation

18. Sep­tem­ber
Im Anschluss an den Auto­frei­en Tag in Mülln fin­det im SUB eine Ver­an­stal­tung statt. Am spä­ten Abend tau­chen vier Män­ner auf und begin­nen die am Geh­steig ste­hen­den Gäs­te anzu­pö­beln und zu beschimp­fen. Da die Grup­pe offen­sicht­lich auf Gewalt aus ist zie­hen sich die Leu­te ins Ver­eins­lo­kal zurück und ver­schlie­ßen die Türe. Dar­auf­hin fliegt ein gutes Dut­zend der drau­ßen her­um­ste­hen­den Fla­schen gegen die Außen­wand. Die Angrei­fer klau­en ein Rad und verschwinden.

1. Okto­ber
Neo­na­zis betre­ten wäh­rend dem wöchent­li­chen Beisl­a­bend das Lokal um mit den anwe­sen­den Ver­eins­mit­glie­dern eine Dis­kus­si­on zu star­ten. Im Lau­fe des Gesprächs kommt es zu ras­sis­ti­schen, roma-feind­li­chen und anti­se­mi­ti­schen Aus­sa­gen. Die Besu­cher wer­den auf­ge­for­dert das Lokal zu ver­las­sen und gehen.

22. Okto­ber
Nach dem Besuch eines benach­bar­ten Lokals betre­ten die Nazis erneut das SUB um ein Gespräch zu begin­nen. Nach mehr­ma­li­gen Auf­for­de­run­gen zie­hen sie weiter.

29. Okto­ber
Wie­der Besuch aus der Nazi-Ecke. Wie immer wird den unge­be­te­nen Gäs­ten der Weg zur Tür gewie­sen. In dar­auf fol­gen­den Gesprä­chen am Geh­steig wird einem Ver­eins­mit­lied mit Gewalt gedroht und ein ande­res davor gewarnt sich die nächs­ten “zwei bis drei Mona­te” im SUB auf­zu­hal­ten. Zitat: “In Mülln gibt es kei­nen Platz für lin­kes Pack.”

13. Novem­ber
Wäh­rend einer geschlos­se­nen Ver­an­stal­tung tau­chen drei ver­mumm­te Män­ner auf. Die ver­schlos­se­ne Ein­gangs­tü­re wird ein­ge­tre­ten und die Tür­lä­den beschä­digt. Mit Mühe gelingt es die Tür geschlos­sen zu hal­ten. Nach­dem einer der Angrei­fer von anwe­sen­den Gäs­ten iden­ti­fi­ziert wur­de, zie­hen die­se ab. Die Ver­an­stal­tung wird abge­bro­chen da befürch­tet wird, dass die Angrei­fer erneut kom­men könnten.

19. Novem­ber
Erneu­te Aus­ein­an­der­set­zung an der Ein­gangs­tür. Neben den bereits bekann­ten Gesich­tern sind dies­mal auch ein paar glatz­köp­fi­ge Schlä­ger und eine Frau dabei. Die Situa­ti­on spitzt sich zu als die Frau ver­sucht ins Lokal ein­zu­drin­gen um jeman­den dar­an zu hin­dern sie zu foto­gra­fie­ren. Im Hand­ge­men­ge wird eine Per­son leicht am Kopf ver­letzt. Die Grup­pe zieht in Rich­tung Innen­stadt ab.

27. Novem­ber
Sie­ben bis dahin unbe­kann­te Män­ner wol­len wäh­rend dem wöchent­li­chen Beisl das SUB betre­ten um, wie üblich, “nur ein Bier” zu trin­ken. Ihnen wird auf Grund der Erfah­run­gen der letz­ten Wochen kon­se­quent der Zugang ver­wehrt. Dar­auf­hin wird von einem der Män­ner eine Bier­fla­sche in den Ein­gang gewor­fen. Nach­dem die Türe geschlos­sen wur­de zie­hen sich die Angrei­fer vor­erst zurück. Als Ver­eins­mit­glie­der die Scher­ben vor der Tür besei­ti­gen keh­ren sie zurück und grei­fen an. Durch das ent­schlos­se­ne Vor­ge­hen der anwe­sen­den Besucher_innen kann die Situa­ti­on schnell geklärt wer­den. Kurz dar­auf tref­fen Ret­tung und Poli­zei ein. Es gibt 2 Ver­letz­te und eini­ge Perlustrierungen.