bnr.de: Wahlkampf mit antiislamischen Parolen

Ein Bericht über den FPÖ-Wahlkampfer­folg von „blick nach rechts” (bnr.de):

Die extrem recht­en öster­re­ichis­chen Frei­heitlichen haben in Wien ihren Stim­menan­teil nahezu verdoppelt.

Nach einem aus­län­der­feindlichen und anti­is­lamis­chen Wahlkampf mit Sprüchen wie „Freie Frauen statt Kopf­tuchzwang“, „Sar­razin statt Muezzin!“ oder „Mehr Mut für unser ‘Wiener Blut’. Zu viel Fremdes tut nie­man­den gut“ hat die Frei­heitliche Partei Öster­re­ichs (FPÖ) bei der Land­tagswahl in Wien ihren Stim­menan­teil mit rund 27 Prozent fast ver­dop­pelt (2005: 14,83 Prozent). Die FPÖ ist damit zweit­stärk­ste Partei nach der SPÖ, die rund 44 Prozent erzielte. Wiens Bürg­er­meis­ter Michael Häu­pl (SPÖ) schloss eine Koali­tion mit der FPÖ defin­i­tiv aus. Er sehe mit den Frei­heitlichen „gar keine“ inhaltlichen Übereinstimmungen.

Grat­u­la­tio­nen zum Wahlergeb­nis erhielt der FPÖ-Bun­desvor­sitzende Heinz-Chris­t­ian Stra­che unter anderem von den Repub­likan­ern, „pro Deutsch­land“, der ital­ienis­chen Lega Nord und dem bel­gis­chen Vlaams Belang. Bei der FPÖ-Wahlpar­ty waren der „pro NRW“- Gen­er­alsekretär Markus Wiener und die „pro Köln“-Fraktionsvorsitzende Judith Wolter zugegen

„Nähe zu nation­al­sozial­is­tis­chem Gedankengut“

Mit ihrem Erfolg kehrt die FPÖ nun zu der Stärke zurück, die sie unter der Führung Jörg Haiders in den neun­ziger Jahren bere­its hat­te. Bei den öster­re­ichis­chen Par­la­mentswahlen 1999 hat­ten über 27 Prozent der Wähler/innen für die FPÖ votiert. Stra­che bestätigte heute auf ein­er Pressekon­ferenz, dass der Wiener Gemein­der­at Johann Gude­nus (Jg. 1976), der Sohn des früheren Nation­al­ratsab­ge­ord­neten John Gude­nus, den bish­eri­gen Wiener FPÖ-Frak­tion­schef Eduard Schock ablösen wird.

Gude­nus jun. Hat­te im Jahr 2008 mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Im Wiener Gemein­der­at führte er aus, dass „der Faschis­mus von heute der Antifaschis­mus“ sei. Der Monat­szeitschrift „Die Aula“ sagte Gude­nus: „Die wahren Ver­brech­er sind die Poli­tik­er, die es über­haupt erst so weit kom­men haben lassen, dass wir so viele frem­dar­tige, nicht inte­grier­bare und vor allem sich ständig repro­duzierende Aus­län­der hier haben“.

Heinz-Chris­t­ian Stra­che (Jg. 1969) ist seit 2005 FPÖ-Bun­desvor­sitzen­der. 2004 stellte das Ober­lan­des­gericht Wien fest, dass Stra­che in sein­er Geis­teswelt und Dik­tion seit seinem Ein­stige in die Poli­tik stets eine gewisse „Nähe zu nation­al­sozial­is­tis­chem Gedankengut“ habe erken­nen lassen.