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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 4 Minuten

„Wokeness“ aus der rechten Giftküche am Beispiel der GfD

Wer redet am meis­ten über „Woke­ness“ und „Gen­der-Wahn­sinn“ in allen Vari­an­ten? Es sind die Rechts­extre­men, die sich täg­lich aufs Neue dar­über erre­gen, dass Lin­ke und Grü­ne nichts ande­res mehr im Sinn hät­ten. Weil die aber zumeist an ande­res den­ken, trei­ben die Rech­ten per­ma­nent eine neue Sau durchs Dorf. Zum Bei­spiel die „GfD”.

9. Apr. 2026
False Flag (Symbolbild; KI-generiert)
False Flag (Symbolbild; KI-generiert)

Kei­ne Par­tei beschäf­ti­gen die The­men „trans” und „woke” so sehr wie die FPÖ. Wie eine Aus­wer­tung des Par­la­ments­diens­tes im Auf­trag des SPÖ-Abge­ord­ne­ten Mario Lind­ner zeigt, sind die Blau­en für 85 Pro­zent aller Nen­nun­gen im Hohen Haus ver­ant­wort­lich. 50 Mal kam „trans/transgender” 2025 in Anträ­gen der FPÖ vor – über vier Mal so oft wie in allen Anträ­gen der vier rest­li­chen Par­tei­en. Gan­ze 95 Pro­zent der Nen­nun­gen von „woke” in Aus­sen­dun­gen seit 2023 stam­men von der FPÖ. (standard.at, 3.4.26)

Das grenzt an Beses­sen­heit, urteilt der SPÖ-Abge­ord­ne­te Lind­ner. Es könn­te aber auch mit Angst vor der eige­nen Sexua­li­tät und mit Unsi­cher­heit über die eige­ne Iden­ti­tät zu tun haben. Natür­lich auch mit der Selbst­er­mäch­ti­gung einer gefühl­ten Mehr­heit, auf ver­meint­li­che Min­der­hei­ten einzudreschen.

Jeden­falls las­sen sich Men­schen mit die­sen Erre­gungs­the­men Men­schen so in Rage ver­set­zen, dass sie ihr Hirn kom­plett aus­schal­ten. Weil Lin­ke und Grü­ne dafür kei­nen aus­rei­chen­den Nach­schub lie­fern, wird er in den eige­nen rech­ten Gift­kü­chen pro­du­ziert und in geeig­ne­ter Form transportiert.

False-Flag-Projekt „Gesellschaft für Demokratie“

Ein gutes Bei­spiel dafür ist die „Gesell­schaft für Demo­kra­tie“ (GfD). Sie will ein „[b]reites Bünd­nis von Demokrat:innen für eine offe­ne Gesell­schaft & all­ge­mei­ne Impf- und Wehr­pflicht“ sein, exis­tiert aber aus­schließ­lich – und wohl nicht zufäl­lig – nur auf Elon Musks Platt­form X. Ein Link zu einer Web­site, der sie auch auf der Platt­form aus­weist, führt glei­cher­ma­ßen ins Nir­wa­na wie ihre angeb­li­che Adres­se außer­halb der vir­tu­el­len Welt: Unter den Lin­den 198 in Ber­lin. Die­se Haus­num­mer an der Ber­li­ner Pracht­stra­ße gibt es nicht. Die Adres­se ist genau­so ein Luft­schloss wie die Gesell­schaft selbst, die natür­lich auch im Ver­eins­re­gis­ter nicht zu fin­den ist.

GfD: Adresse und Website existieren nicht
GfD: Adres­se und Web­site exis­tie­ren nicht

War­um wir die­se GfD über­haupt erwäh­nen? Weil sie immer­hin mehr als 13.000 Fol­lower hat und von vie­len, vor­wie­gend Rech­ten und Leicht­gläu­bi­gen, für ein lin­kes Pro­jekt gehal­ten wird. Die GfD bedient sich näm­lich eini­ger simp­ler sti­lis­ti­scher Mit­tel, die lin­ken Stall­ge­ruch ver­brei­ten sol­len, den rech­ten Mist aber nur schlecht verdecken.

So erregt sich am 8.4.26 eine „Fae Joen­ne Bruck­ner“, die mit „she oder they“ ange­spro­chen wer­den will und vor­geb­lich die „GfD-Expert:in für Hass und Het­ze“ ist, über den Begriff „Schwarz­fah­ren“, der „ras­sis­ti­sche Kack­schei­ße“ und unter kei­nen Umstän­den akzep­ta­bel sei.

GfD: "CN Rassismus Der Begriff "Schwarzfahren" ist hochproblematisch und darf nicht für das Fahren ohne Ticket verwendet werden. Tickets für den ÖPNV sind ohnehin nur aufgrund kapitalistischer Strukturen kostenpflichtig." (Screenshot X 8.4.26)
GfD: Begriff „Schwarz­fah­ren (Screen­shot X 8.4.26)

Am sel­ben Tag wird eine Mel­dung pro­du­ziert, in der Expert:innen befürch­ten (!), dass die Sprit­prei­se nach einer Öff­nung der Stra­ße von Hor­muz sin­ken und dem Staat dadurch Ein­nah­men weg­bre­chen könn­ten. Des­halb wür­den die (natür­lich unge­nann­ten und wohl erfun­de­nen) Expert:innen eine ent­spre­chen­de Anhe­bung der CO2-Steu­er befürworten.

Die zahl­rei­chen wüten­den Reak­tio­nen auf die­ses angeb­li­che „links­grü­ne“ Geschreib­sel bele­gen ein­drück­lich, dass die Mel­dun­gen der GfD ernst genom­men und unter links­grü­nen „woken“ Schwach­sinn ein­ge­ord­net werden.

Zu die­sem ver­meint­lich „links­grü­nen“ Nar­ra­tiv passt auch der Vor­schlag eines kur­zen „Lock­downs“ zu Ostern, „bis der Kon­flikt endet, um Res­sour­cen zu scho­nen & die Umwelt zu ent­las­ten. Aus­gangs- & Fahr­ver­bo­te könn­ten dann z.B. durch Check­points durch­ge­setzt wer­den.“ Damit wer­den alle rech­ten Vor­ur­tei­le bedient: Ver­bo­te, strik­te Kon­trol­len, Umwelt­ent­las­tung und ein Lock­down als Trig­ger für alle Plandemie-Schwurbler.

F. in einem Kommentar: "Es wäre an der Zeit allen linksgrünen NGOs und Hetzern die Steuergelder zu entziehen !! Dann wäre endlich RUHE und wir könnten normal MITEINANDER Leben ohne deren Dünnschiss und Hetze" (Screenshot X)
F. in einem Kom­men­tar: „links­grü­ne NGOS und Het­zer” (Screen­shot X)

Der „Plagiatsjäger“ versagt

In Öster­reich ist der selbst­er­nann­te Pla­gi­ats­jä­ger Ste­fan Weber ein eif­ri­ger Ver­brei­ter von Tweets der GfD. Vie­le ret­weetet er ein­fach nur ohne Anmer­kun­gen. Bei eini­gen kom­men­tiert er aber doch: „Wich­tig!“ schreibt er zu einem Tweet der GfD vom 3.4., in dem die „GfD-Expert:in für Hass im Netz“ zu einer „kul­tur­sen­si­blen Spra­che“ zum „Eier­fest“auf­for­dert. „Fro­he Fest­ta­ge“ sol­le man sagen und nicht „Fro­he Ostern“.

Weber rettweetet GfD zum "Eierfest" und kommmnetiert mit "Wichtig!" (Screenshot X 3.4.26)
Weber rett­weetet GfD zum „Eier­fest” und kommm­ne­tiert mit „Wich­tig!” (Screen­shot X 3.4.26)

„Wich­tig!“ befin­det der selbst­er­nann­te Pla­gi­ats­jä­ger den Schwach­sinn also. Glaubt er das wirk­lich? Soll­te er dem „Fal­se Flag“-Account auf dem Leim gegan­gen sein, müss­te er als Exper­te für „Ehr­lich­keit“ (er betreibt einen gleich­na­mi­gen Blog) auf der Stel­le abdanken.

Wer sich als Exper­te für wis­sen­schaft­li­che „Ehr­lich­keit“ ver­stan­den wis­sen will, kann das GfD-Geschreib­sel allen­falls als (grot­ten­schlech­te) Sati­re lesen. Dann schreibt man aber „Lus­tig“ und nicht „Wich­tig!“ dazu. Vor allem aber müss­te ein Exper­te für „Ehr­lich­keit“ wohl auf das Fal­se-Flag-Pro­jekt hinweisen.

Weber retweetet GfD häufig, hier 29., 30.3. und 4.4.26
Weber ret­weetet GfD häu­fig, hier 29., 30.3. und 4.4.26

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