Der wissenschaftliche Beirat von SdR: Erich Gattinger & Markus Koza

Erich Gattinger (© Erich Gattinger)

Erich Gat­tinger (© Erich Gattinger)

Markus Koza (© Markus Koza)

Markus Koza (© Markus Koza)

Ich unter­stütze SdR
… weil Nation­al­is­mus, Recht­spop­ulis­mus, Recht­sradikalis­mus nicht länger ein vere­inzeltes Phänomen ist, son­dern die rechte Szene sich europaweit, ja weltweit organisiert.
… weil Nation­al­is­mus, Recht­spop­ulis­mus, Recht­sradikalis­mus immer dann beson­ders gefährlich wird, wenn diese Ideen und Bewe­gun­gen von kon­ser­v­a­tiv­er Seite her nicht nur geduldet wer­den, son­dern sog­ar von dieser hofiert werden. 
… weil ich in Büch­ern, die ich mir selb­st besorgt habe – in der Schule wurde dies in mein­er Jugend nicht gelehrt – über das „Dra­ma der St. Louis“ (1939) gele­sen habe: Weil ich da die Stufen von Angst, Schreck­en, Leid und Ohn­macht annäh­ernd begrif­f­en habe. Über das Aufgeben der Exis­tenz in der Heimat, die Hoff­nung in Mia­mi oder Kuba an Land gehen zu kön­nen. Alle Abwehrmaß­nah­men auch mit Flugzeu­gen dort, die Irrfahrt vor der Küste, und schließlich die „Selb­st­mord­ver­hü­tungs­gänge“, die der Kapitän nachts organ­isieren musste, die Rück­fahrt, das Glück einiger in Eng­land, Bel­gien, Frankre­ich oder den Nieder­lan­den aufgenom­men zu wer­den und den­noch das unfass­bare Ende von fast  250 Men­schen, die elend im KZ starben …
… weil ich mir diese Berichte wieder ange­se­hen habe und ähn­liche Berichte von der Sit­u­a­tion von Flüchtlin­gen heute und neben uns lesen muss. Die Manöver gle­ichen sich.
Nach dem Abschied vom Zuhause, dem Aufgeben von allem …  Irrfahrten …, Miss­brauch, Mis­shand­lung am Weg (kommt noch dazu), Lebens­ge­fahr … mit ungewis­sem Ausgang …
… weil ich als Psy­chologe auch in der Lehre tätig bin und weiß, wie leicht und schnell man Men­schen mit ein­fachen schwarz-weiß Zeich­nun­gen, mit dem in jedem Men­schen wohnen­den Skep­sis vor dem Frem­den für Unmen­schlichkeit gewin­nen kann.
… weil ich selb­st nicht frei bin von schnellen Urteilen und Vorurteilen, von Ablehnung dessen, was meinge­wohntes Leben gefährden kön­nte und weiß, dass man nur gemein­sam die Lin­ie hal­ten und andere überzeu­gen kann.
… weil ich auch nicht möchte, dass mein Sohn und meine Enkelkinder mich fra­gen „da war doch Presse­frei­heit, da kon­nte man doch alles sagen, da kon­nte man doch was tun gegen diesen leise schle­ichen­den All­t­ags­faschis­mus“ und ich antworten müsste „weil ich geglaubt habe, sowas werde es bei uns nie mehr geben!“ 
… weil Öster­re­ich 2098 Gemein­den und 71 Städte über 10.000 Ein­wohn­er, hat und man Wege find­en kann und muss, die Men­schen, die Asyl brauchen um ihr Leben zu ret­ten oder ohne mas­sive und ständi­ge berechtigte Angst leben zu kön­nen, so zu verteilen, dass sie gut aufgenom­men wer­den können.
Dr. Erich Gat­tinger, Psychologe

Gew­erkschaften, Betrieb­sräte, die Inter­essensvertre­tun­gen der Arbeit­nehmerIn­nen waren seit jeher Feind­bilder der völkischen, extremen Recht­en. Klar, dass wir uns auf allen Ebe­nen dem Recht­sruck ent­ge­gen­stem­men müssen um unsere sozialen und demokratis­chen Errun­gen­schaften zu erhal­ten. „Stoppt die Recht­en“ leis­tet dazu so wichtige wie richtige Aufklärungsarbeit.

Markus Koza, Ökonom und Gewerkschafter