Drohbrief an ÖH-Funktionärin

Eine ÖH-Funk­tionärin hat einen Dro­hbrief von Neon­azis bekom­men, wahrschein­lich aus dem Umfeld von „Unwider­stehlich”. Bis wir mehr wis­sen sei auf einen Artikel in VICE („Eine ÖH-Funk­tionärin hat einen Dro­hbrief von Recht­en bekom­men”) und fol­gende Aussendung der ÖH Uni Wien („ÖH-Funk­tionärin bekommt Dro­hbrief von Neon­azi­gruppe „Unwider­stehlich”) ver­wiesen:

ÖH-Funk­tionärin bekommt Dro­hbrief von Neon­azi­gruppe „Unwider­stehlich” / Polizei bleibt trotz Anstieg recht­sex­tremer Gewalt­tat­en untätig

Wien (OTS) — Ver­gan­gene Woche wurde eine Funk­tionärin der ÖH Uni Wien an ihrer Arbeitsstelle bedro­ht. Neon­azis schick­ten einen an sie adressierten Dro­hbrief an ihren Arbeit­splatz, in dem sie dazu gedrängt wird, ihre antifaschis­tis­che Arbeit einzuschränken. Der Brief wurde von der offen gewalt­bere­it­en, recht­sex­tremen Neon­azi­gruppe „Unwider­stehlich“ geze­ich­net. Diese set­zt sich aus Per­so­n­en aus dem Umfeld Got­tfried Küs­sels sowie Fußball­hooli­gans zusam­men. Die aktuelle Dro­hung war nicht die erste gegen ÖH-Vertreter_in­nen. Solche Aktio­nen zeigen die Wichtigkeit unser­er antifaschis­tis­chen Arbeit nur allzu deut­lich. „Wir nehmen die Bedro­hung durch recht­sex­treme Umtriebe und deren steigende Gewalt­bere­itschaft sehr ernst. Unsere Antwort ist die Weit­er­führung der antifaschis­tis­chen Arbeit auf allen Ebe­nen! Ein­schüchtern lassen wir uns von den Neon­azis nicht!”, so Karin Stanger (GRAS) vom Vor­sitzteam der ÖH Uni Wien.

Diese Tat­en zeigen nicht zulet­zt, wie wichtig es ist, Aufk­lärungsar­beit zu betreiben und mit solchen Vor­fällen an die Öffen­tichkeit zu gehen. „Wie wir in der Ver­gan­gen­heit mehrfach erfahren mussten, ver­laufen Anzeigen bei der Polizei häu­fig ins Leere. So wur­den nach dem Angriff der recht­sex­tremen „Iden­titären” auf die The­at­er­auf­führung „Schutzbe­foh­lene” mehrere Kör­per­ver­let­zun­gen zur Anzeige gebracht. Diese scheinen bish­er aber nicht weit­er ver­fol­gt wor­den zu sein”, so Ali­na Bach­mayr-Hey­da (VSStÖ) vom Vor­sitzteam der ÖH Uni Wien.

„Der Dro­hbrief fügt sich ein in eine ganze Rei­he von Angrif­f­en auf linke Räume, recht­sex­treme Schmier­ereien und kör­per­liche Gewalt, die in let­zter Zeit ver­mehrt verübt wor­den sind”, so Elis­a­beth Weis­senstein­er (KSV-Lili). Die Tür und Fas­sade des linken Raumkollek­tivs w23 wurde gle­ich mehrfach schw­er beschädigt, auch die Anar­chis­tis­che Buch­hand­lung im 15. Bezirk, das Ernst-Kirch­weger-Haus sowie die Rosa-Lila-Türkis-Vil­la wur­den in jüng­ster Ver­gan­gen­heit Ziel recht­sex­tremer Sachbeschädi­gun­gen. Vor rund einem Jahr waren Per­so­n­en auf dem Heimweg nach ein­er Kundge­bung von bewaffneten Kadern der recht­sex­tremen „Iden­titären“ über­fall­en und ver­let­zt wor­den. Eben­so ist 2014 ein­er Antifaschistin das Fen­ster eingeschossen wor­den, kurz nach­dem sie ein Buch über die neo­faschis­tis­che Gruppe veröf­fentlicht hatte.

Die aktuelle Dif­famierungskam­pagne des Ring Frei­heitlich­er Stu­den­ten (RFS), im Zuge der­er Klar­na­men und per­sön­liche Infor­ma­tio­nen von Antifaschist_innen und Adressen antifaschis­tis­ch­er Räume veröf­fentlicht wur­den, stellt eine weit­ere Bedro­hung für Einzelper­so­n­en und Grup­pen da. Erst im Jän­ner wurde von ihnen eine Podi­ums­diskus­sion an der Uni­ver­sität Wien gestört.

Mehr Infos:
— vice, 27.2.2017: Eine ÖH-Funk­tionärin hat einen Dro­hbrief von Recht­en bekommen
— OTS der ÖH Uni Wien, 27.2.2017: Aussendung „ÖH-Funk­tionärin bekommt Dro­hbrief von Neon­azi­gruppe „Unwider­stehlich”
— stoppt­dierecht­en, 15.1.2017: „Unwider­stehlich“? Brauner Aufguss!