BRD: Großrazzia gegen Hetzer und Nazis

In einer konzertierten Aktion, an der 25 Polizeidienststellen unter der Leitung des Bundeskriminalamtes beteiligt waren, durchsuchten gestern Dutzende Beamte die Wohnungen von 60 Beschuldigten. Ein Ziel der Aktion war offensichtlich die Abschreckung. Polizei und Justiz wollten demonstrieren, dass sie auch mit härteren Mitteln gegen Hass im Netz vorgehen. Im Zentrum der Aktionen stand aber die geheime Facebook-Gruppe „Großdeutschland“.

Zwischen Juli und November 2015 sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kempten 36 Beschuldigte in der geheimen Facebook-Gruppe „Großdeutschland“ regelmäßig Straftaten begangen haben. „Hauptgegenstand der dort stattgefundenen Kommunikation war die Verherrlichung des Nationalsozialismus sowie der Austausch von fremdenfeindlichen, antisemitischen oder sonstigen als rechtsextremistisch zu beurteilenden Inhalten und Kommentierungen“, wird ein Sprecher des BKA von endstation rechts zitiert.

Kempten liegt im Allgäu – von dort ist es nicht weit bis nach Österreich. Gut möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass sich in der geheimen Gruppe auch einige ÖsterreicherInnen wiederbetätigt haben.