Der braune Glücksritter und seine Ruine

Die Rit­ter­burg Sahlis, die seit ger­aumer Zeit von dem Neon­azi Karl-Heinz Hoff­mann genutzt wurde, wird in weni­gen Tagen ver­steigert, Wir wur­den – wie etliche andere auch — in einem anony­men Schreiben darüber informiert und haben dazu auch berichtet. In ein­er Presseaussendung legt Ker­stin Köditz, Abge­ord­nete der Linken im Säch­sis­chen Land­tag, ihre Sicht der Dinge bzw. ihre Aktiv­itäten zu Hoff­manns Rit­tergut und der Zwangsver­steigerung dar.


Neon­azi­gruppe „Wehrsport­gruppe Hoff­mann” um 1976, ste­hend: Karl Heinz Hoffmann
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Zur anste­hen­den Zwangsver­steigerung des jahre­lang von Karl-Heinz Hoff­mann genutzten Rit­tergutes Sahlis erk­lärt Ker­stin Köditz, Sprecherin für antifaschis­tis­che Poli­tik der Frak­tion DIE LINKE im Säch­sis­chen Landtag:

„Das ist mal ein gutes Zeichen: Das seit mehr als zehn Jahren durch Karl-Heinz Hoff­mann – Grün­der der berüchtigten und ver­bote­nen „Wehrsport­gruppe Hoff­mann“ – in Kohren-Sahlis (Land­kreis Leipzig) genutzte ehe­ma­lige Rit­tergut wird am 20. Jan­u­ar am Amts­gericht Leipzig zwangsver­steigert (Akten­ze­ichen: 0467 K 0823/2013). Was der 78-Jährige hin­ter­lässt, ist allerd­ings ziem­lich wertlos.

Auf sein­er pri­vat­en Web­site erk­lärt Hoff­mann seit Kurzem, er sei „prak­tisch aller Möglichkeit­en zur Erhal­tung des Bau­denkmales beraubt“, und ver­weist auf strenge Denkmalschutz-Vorschriften, die den Eigen­tümer verpflicht­en, „das Objekt vor dem Ver­fall zu bewahren“. Das war ihm sich­er vorher bekan­nt. Er hat als „Kura­tor“ gar eine gemein­nützige Stiftung aufge­zo­gen, Zweck: „Erhal­tung des Kul­tur­denkmals Rittergut“.

Genau das scheint dem recht­en Glück­srit­ter nicht gelun­gen zu sein. Ein mir vor­liegen­des Gutachter-Exposé ver­merkt nicht zu Ende geführte Sicherungs- und Sanierungs­maß­nah­men, befürchtet wird eine weit­ere Ver­schlechterung des Bauzu­s­tandes bis hin zu ein­er ruinösen Lage. Der Verkehr­swert des bebaut­en, mehr als 60.000 Quadrat­meter großen Grund­stück­es beträgt nur mehr einen sym­bol­is­chen Euro.

Weniger gut ist, dass in Hoff­manns Rit­tergut trotz alle­dem beträchtliche För­der­mit­tel, also Gelder der Steuerzahler versenkt wur­den. Schon vor fünf Jahren war durch eine mein­er par­la­men­tarischen Anfra­gen ( Land­tags-Druck­sache 5/4674 ) her­aus­gekom­men, dass in den Jahren 2005 bis 2007 der Freis­taat Sach­sen mehr als 130.000 Euro an För­der­mit­teln für „Erhal­tung und Pflege von Kul­tur­denkmalen“ aus­gere­icht hat. Zugle­ich war das Sahlis-Pro­jekt, ent­ge­gen früher­er Ankündi­gun­gen, keineswegs unpoli­tisch: So berichtete Hoff­mann selb­st über den „Arbeit­sein­satz von einem hal­ben Dutzend junger Män­ner, die sich zum recht­en Lager bekennen.“

Zu Hoff­manns Aktiv­itäten in Sach­sen und möglichen Rück­forderun­gen von För­der­mit­teln erkundi­ge ich mich nun durch zwei Anfra­gen, die derzeit im par­la­men­tarischen Geschäfts­gang sind.”