Wien: Betrunkener „Arier“ randaliert am Würstelstand

Dass sich heutzu­tage jemand als „Ari­er“ beze­ich­net, klingt ja reich­lich skur­ril. Mo Asumang zeigt in ihrer Doku „Die Ari­er“, dass es tat­säch­lich solche Men­schen gibt. Auch in Wien. Früh­mor­gens am 24. Dezem­ber wurde ein „Ari­er“ bei einem Würs­tel­stand in Wien-Alser­grund ein­schlägig aktiv, d. h. er wurde gewalt­tätig, brüllte NS-Parolen und wollte im Kranken­haus nur von einem „arischen“ Arzt behan­delt werden.


Ari­er ist eine alte Selb­st­beze­ich­nung von SprecherIn­nen indoiranis­ch­er Sprachen
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Warum der „Ari­er“ im Kranken­haus lan­dete, hat natür­lich eine Vorgeschichte, die am Alser­grun­der Würs­tel­stand spielt. Dort begann der ver­meintliche „Ari­er“ (22) um 6.45h auf einen 24-Jähri­gen, der mit seinem Fre­und unter­wegs war, zu schimpfen. Der (24) ver­suchte der Kon­fronta­tion zunächst noch auszuwe­ichen und wech­selte die Straßen­seite, aber der „Ari­er“ ging in den Angriff über und ver­let­zte ihn leicht.


Dareios I., König von Per­sien (521 bis 486 v. Chr.) proklamierte in ein­er Inschrift: „Ich bin Dar­ius, der große König […], ein Pers­er, Sohn eines Persers, ein Ari­er, welch­er eine arische Abstam­mung hat.” Die per­sis­che Keilschrift nan­nte er die „arische Schrift“ (Quelle: Wikipedia)
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Wom­it der „Ari­er“ offen­sichtlich nicht gerech­net hat­te: das Opfer hat­te einen Schlag­stock eingesteckt und nutzte diesen in der Folge auch, um den Aggres­sor abzuwehren. Resul­tat: der betrunk­ene Angreifer fasste eine stark blu­tende Wunde am Kopf aus und flüchtete, wurde aber in ein­er Seit­en­gasse von Polizis­ten gestellt. Wie eine Presseaussendung der Wiener Polizei ganz nüchtern fest­stellt, „ver­suchte der 22-Jährige einem Polizis­ten, er kon­nte nur knapp auswe­ichen, einen Faustschlag ins Gesicht zu ver­set­zen“, „anstatt sich(….) helfen zu lassen“. Außer­dem brüllte er „diverse nation­al­sozial­is­tis­che Parolen“.

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Ob er sich schon bei dieser Amt­shand­lung nur von „arischen“ Polizis­ten fes­t­nehmen lassen wollte, ver­schweigt die polizeiliche Presseaussendung. Die APA (25.12. 2015) berichtet allerd­ings, dass er sich als „Kämpfer für die arische Rasse“ auswies und sich dann im Kranken­haus „nur von einem arischen Arzt“ behan­deln lassen wollte. Er wurde jeden­falls wegen NS-Wieder­betä­ti­gung und Wider­stand gegen die Staats­ge­walt angezeigt.