Italien: Neofaschisten planten Putsch

Eine der zahlre­ichen, im recht­sex­tremen Spek­trum Ital­iens behei­mateten Grup­pen wurde im Rah­men ein­er lan­desweit­en Aktion von Anti-Ter­ror­ein­heit­en aus­ge­hoben und 14 ver­mut­liche Rädels­führer ver­haftet. Gegen weit­ere 40 bis 50 Mit­glieder wur­den Ermit­tlungsver­fahren ein­geleit­et. Die Gruppe hat­te einen Putsch und die Ermor­dung von Per­sön­lichkeit­en des öffentlichen Lebens geplant und zum Auf­takt Anschläge auf öffentliche Gebäude während der kom­menden Feiertage.

Erst vor weni­gen Wochen, Ende Novem­ber, ist eine andere Gruppe der extremen Recht­en, der „Bloc­co Stu­den­tesco“ von Casa Pound, mit Gewalt gegen Roma-Kinder vorge­gan­gen. Rund 500 Stu­den­ten der neo­faschis­tis­chen Bewe­gung haben etwa 90 Kinder ein­er Roma-Sied­lung in der ital­ienis­chen Haupt­stadt am Betreten ihrer Schule gehin­dert. Als Begrün­dung gaben die Neo­faschis­ten an, die Kinder hät­ten einige Tage zuvor andere Kinder mit Steinen beworfen.

Mitte Novem­ber ein ander­er Vor­fall in Rom: nach wieder­holten Dro­hun­gen aus dem recht­sex­tremen Lager mussten 72 afrikanis­che Flüchtlinge aus einem Stad­trand evakuiert wer­den, weil ihre Sicher­heit nicht mehr garantiert wer­den kon­nte. Und am ver­gan­genen Son­ntag haben sich in Mai­land rund 300 Teil­nehmerIn­nen aus ganz Europa zu einem recht­sex­tremen Kongress ver­sam­melt, bei dem gegen „eine afrikanis­che Inva­sion“ , den „weltweit­en Zion­is­mus“ und zur Vertei­di­gung der „katholis­chen Zivil­i­sa­tion“ aufgerufen wurde. Auf Ein­ladung von Robert Fiore, dem Kapo der neo­faschis­tis­chen „Forza Nuo­va“, der sich schon seit Jahren an der Koor­di­na­tion und Samm­lung der Neo­faschis­ten und Neon­azis ver­sucht, waren etwa Nick Grif­fin (British Nation­al Par­ty), Udo Voigt (NPD), ein Vertreter der Gold­e­nen Morgenröte(Griechenland) und der schwedis­chen Neon­azi-Partei Sven­skar­nas Par­ti als Ref­er­enten geladen. Fiore ver­fügt reich­lich über Ter­ror­erfahrung: er war am Bombe­nat­ten­tat von Bologna 1980 (85 Tote, 200 Ver­let­zte) beteiligt.


Bombe­nat­ten­tat von Bologna 1980
-

Die Neo­faschis­ten, die am Tag darauf ver­haftet wur­den, sehen sich wiederum in der Tra­di­tion von „Ordine Nuo­vo“ (Neue Ord­nung), ein­er neo­faschis­tis­chen Organ­i­sa­tion, die in den 60er und 70er Jahren für zahlre­iche Ter­ro­ran­schläge in Ital­ien ver­ant­wortlich war und 1973 ver­boten wurde.

Das Zen­trum der neuen Organ­i­sa­tion, die sich „Avan­guardia ordi­no­vista“ (Avant­gardis­tis­che Neuord­nung“) nan­nte, war anscheinend in Aquila in den Abruzzen. Geleit­et wurde sie von Ste­fano Man­ni, einem ehe­ma­li­gen Polizis­ten, der auf Face­book mit mehreren Kon­ten präsent war. Einen Teil der Waf­fen, mit denen die Gruppe ihre Umsturz- und Ter­ror­pläne durch­führen wollte, hat sie in Slowe­nien bei Gle­ich­gesin­nten organisiert.

Die Gewalt – und Putsch­pläne zumin­d­est dieser Gruppe sind einst­weilen auf Eis gelegt: „Den 14 Festgenomme­nen wer­den Ter­ror­is­mus, Umsturz­pläne, Aufhet­zung zu Gewalt sowie Diskri­m­inierung aus eth­nis­chen und religiösen Grün­den vorge­wor­fen. Ermit­tlun­gen gegen min­destens weit­ere 30 Per­so­n­en wur­den eben­falls ein­geleit­et“, berichtet der „Stan­dard“.