BRD: Ein tiefes Loch im NPD-Briefkasten

Die Veröf­fentlichung war schon vor etlichen Monat­en angekündigt wor­den. Nun scheint es ernst zu wer­den: „Wik­ileaks“ hat 60.000 Mails der NPD, die im Zeitraum März 2010 bis Jän­ner 2011 erstellt und ver­sandt wor­den sind, sichergestellt. Für die NPD, die in mehreren Bun­deslän­dern Wahlkämpfe führen will, ein Desaster.

Zum einen, weil die Doku­mente bele­gen, dass es bei der Fusion von NPD und DVU, die ger­ade vol­l­zo­gen wurde, zu erhe­blichen Unregelmäßigkeit­en gekom­men sein dürfte, zum anderen, weil die Kam­er­aden wie so häu­fig, wenn sie sich unbe­merkt fühlen, aus ihrer Gesin­nung keine Mörder­grube gemacht und sich auch mit „88“ oder dem Deutschen Gruß ver­ab­schiedet haben. Auch andere ras­sis­tis­che oder neon­azis­tis­che Bemerkun­gen find­en sich in den Mails:

In ein­er E‑Mail von „Matthias Gärt­ner” schreibt dieser einem „Michael Schäfer“ und „Philipp Valen­ta“. Bei Matthias Gärt­ner han­delt es sich um den Spitzenkan­di­dat­en der NPD in Sach­sen-Anhalt, Michael Schäfer und Philipp Valen­ta ste­hen eben­falls ganz oben auf der Lan­desliste. „Matthias Gärt­ner“ schreibt dort über das „Fet­tfüt­tern von Bim­bos“ und „Negerkinder“, eine Postkarte für den Wahlkampf solle man „immer schön arisieren“. (endstation-rechts.de)

Die „taz“, der offen­bar so wie dem „Spiegel“ die rund 10 Giga­byte Dat­en zur Ver­fü­gung gestellt wor­den sind, hat einige der Mails veröf­fentlicht.

Exper­tIn­nen haben übri­gens keine Zweifel an der Echtheit der Doku­mente. Die NPD reagiert auf die Veröf­fentlichung so, wie wir das auch aus Öster­re­ich ken­nen (z.B. bei der Bestellerliste „Aufruhr“- Ver­sand): Man gebe grund­sät­zlich keine Auskun­ft über inter­nen Schriftwech­sel, dieser sei möglicher­weise manip­uliert, man behalte sich rechtliche Schritte vor …

Für uns wer­den vor allem jene Doku­mente von Inter­esse sein, die die öster­re­ichis­chen Verbindun­gen betreffen.