Es ist eine neue Qualität von Hetze. Dutzende übelster antisemitischer Kommentare von Bots tummeln sich seit Tagen unwidersprochen auf den Facebook-Seiten verschiedener Boulevardmedien auf Facebook. Die Reichweite dieser Medien ist beträchtlich: Die „Kronen Zeitung“ hat 464.000 Follower, „Heute“ 423.000 und „exxpress“ 66.000 Follower. Die Kommentare tauchen ebenfalls auf Instagram auf.
Auch wenn nur ein Bruchteil davon die mit den antisemitischen Bots infizierten Meldungen bzw. Kommentare liest – es ist auffällig und auch erschreckend, dass niemand den aggressiv antisemitischen Kommentaren widerspricht. Ein einziges Mal, unter einer „exxpress“-Meldung vom 9.10. über Verluste in der österreichischen Industrie, warnt die Followerin Gerti M.: „Exxpress, hier sind fake Profile am Werk, die über Juden hetzen und Blödsinn verzapfen. Bitte löscht die Kommentare und blockiert diese fakes“

Der Aufforderung kam niemand nach. Keine Reaktion des „exxpress“ auf Kommentare, in denen „jüdische Terroristen“, die angeblich „unseren Zusammenhalt“ gefährden, keinen Platz in Österreich haben und „das Land verlassen müssen“. Eine Aufforderung zum Pogrom ist das, die tagelang und in Variationen zu lesen ist.
Es ist nicht die einzige Meldung des „exxpress“ auf Facebook, unter der die antisemitischen Bots gegen „jüdische Kriminelle“ und „jüdische Terroristen“ oder ganz allgemein gegen die „Juden, die Geld geschenkt bekommen“ hetzen.
Auch auf der Facebook-Seite von „Heute“ haben sind unter der Meldung vom 8.10. über eine „Betrugsmasche Auswanderung“ sehr ähnlich lautende antisemitische Kommentare zu finden. Am längsten aber, nämlich seit 7.10., klebt der antisemitische Dreck unter einer Meldung der „Krone“ zu Gerhard Zeiler. Da hilft dann auch keine – ohnehin verfehlte – Entschuldigung, dass übers Wochenende die Seite nicht moderiert würde.
Die antisemitischen Kommentare erfüllen unserer Ansicht nach den strafrechtlichen Tatbestand der Verhetzung nach § 283 StGB, vermutlich auch noch andere strafrechtliche Tatbestände. Wer diese Hetze nicht löscht, macht sich mitschuldig!
Eine strafrechtliche Verfolgung der Hetzer ist dennoch aussichtslos. Es handelt sich nämlich mit großer Sicherheit um Bots, also automatisierte Computerprogramme, die massenhaft verbreitet wurden. Aber irgendjemand muss sie losgeschickt haben, um die Hetze zu verbreiten. Genau diesen Verursachern muss das Handwerk gelegt werden. Auch wenn die Erfolgsaussichten nur gering sind, werden wir Anzeige erstatten.



Alle Kommentare waren bis Dienstag, 13.10.26, 6 Uhr, online.
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