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Absolut lesenswert: Rechtsextremismus Band 4. Eine Rezension

Es ist bere­its der vierte Band aus der Rei­he „Recht­sex­trem­is­mus“ der „Forschungs­gruppe Ide­olo­gien und Poli­tiken der Ungle­ich­heit“ (FIPU), der da jüngst im umtriebi­gen Wiener Man­del­baum-Ver­lag erschienen ist. Das Leit­the­ma „Her­aus­forderun­gen für den Jour­nal­is­mus“ klingt zunächst ein­mal etwas spröde. Im Buch umge­set­zt, stimmt das jedoch nicht, denn die Beiträge der Autor*innen bieten – aus sehr unter­schiedlichen Per­spek­tiv­en – viele Anre­gun­gen und Ein­blicke. Eine Rezen­sion von Karl Öllinger. Weit­er…

Die Antifa-Bücherliste 12/2020

So wie jedes Jahr gibt es auch heuer eine feine Bücherliste für die Feiertage und gle­ich auch für den näch­sten Lock­down. So ziem­lich aus allen Bere­ichen des geschriebe­nen Wortes haben wir Buchempfehlun­gen zusam­menge­tra­gen. Weit­er…

Die Kleiderlaus und die Nazis

Was dem Hitler seine „Blon­di“, das war dem Göring sein „Muc­ki“. Der Anschein, die bei­den Ober­nazis wären zu zärtlichen Gefühlen für Mit­men­schen fähig gewe­sen, trügt. „Blon­di“ war Hitlers Schäfer­hündin, die er so innig liebte, dass er nach ihrem Tod noch weit­ere zwei Hündin­nen nach ihr benan­nte. „Muc­ki“ war hinge­gen ein­er von den sieben Löwen, die in Görings Dom­izilen ihre Jugend ver­brin­gen durften. Das wider­sprüch­liche Ver­hält­nis der Nazis und des Nation­al­sozial­is­mus zu Tieren, das ist das span­nende, aber auch unter­halt­same The­ma des Buch­es von Jan Mohn­haupt: „Tiere im Nation­al­sozial­is­mus“ Weit­er…

Knödel, Jaffa-Torte oder deutscher Eintopf

Dass die Nazis jüdis­che Men­schen um Immo­bilien, Ver­mö­gen, Schmuck und Kun­st­ge­gen­stände gebracht haben, wird unter der Beze­ich­nung Arisierung zusam­menge­fasst. Aber wie funk­tion­ierte die Arisierung eines Buch­es? Damit ist hier nicht die Aneig­nung, der Raub von Buchbestän­den, von Bib­lio­theken jüdis­ch­er Men­schen gemeint, son­dern der geistige Dieb­stahl eines lit­er­arischen Werkes, dem dann natür­lich auch die Ver­w­er­tungser­löse fol­gten. Die His­torik­erin Kari­na Urbach beschreibt eine solche Arisierung am Beispiel des Kochbuchs ihrer Groß­mut­ter Alice. Weit­er…

Ein FPÖ-Geschichterlerzähler erinnert an Strache

Straßen­feger war es keines, das Büch­lein „HC Stra­che. Vom Rebell zum Staats­mann“, mit dem 2018 der Auf­stieg des FPÖ-Obmanns bejubelt wer­den sollte. Gejubelt hat damals der Mar­tin Hobek, der auch heuer als Bezirk­srat mit der Berufs­beze­ich­nung „His­torik­er“ kan­di­diert – in gle­ich drei Bezirken, aber nicht für Stra­che, son­dern für die FPÖ. Da gab’s wohl einen tiefen Schmerz, der das lyrische Band, das der Hobek dem Stra­che mit dem Büch­lein flecht­en wollte, grausam zer­ris­sen hat. Weit­er…

Extreme Sicherheit

Die Deutsche Hochschule der Polizei will „recht­sex­trem­istis­che Hal­tun­gen und Hand­lun­gen“ in der Polizei über ein Forschung­spro­jekt unter­suchen, und der deutsche Innen­min­is­ter See­hofer nen­nt den Recht­sex­trem­is­mus in Deutsch­land zwar eine Schande und eine total unter­schätzte Gefahr, aber in ein­er Unter­suchung der Ein­stel­lun­gen von Polizist*innen sieht er eine „Stig­ma­tisierung“. Den Sam­mel­band „Extreme Sicher­heit. Recht­sradikale in Polizei, Ver­fas­sungss­chutz, Bun­deswehr und Jus­tiz“ hat der Sicher­heitsmin­is­ter mit Sicher­heit nicht gele­sen. Weit­er…

Der Neue und der Deutsche Klub: Austro-Nazis in der Hofburg

Zu den Insignien der poli­tis­chen Macht auf baulich­er Ebene gehören in Öster­re­ich das Bun­deskan­zler­amt, das Par­la­ment und die Hof­burg, genauer: der Leopol­dinis­che Trakt, wo sich der Amtssitz des Bun­de­spräsi­den­ten befind­et. In diesem Trakt war in der Ersten Repub­lik, auch in der Ära des Aus­tro­faschis­mus, der Deutsche Klub ein­quartiert – die Aus­tro-Nazis. Die Geschichte dieses bish­er zu wenig beachteten Vere­ins, die auch in der zweit­en Repub­lik ihre Fort­set­zung fand, wird jet­zt in einem Buch erzählt. Weit­er…

Olivier Guez: Das Verschwinden des Josef Mengele

Mit seinem Roman „Das Ver­schwinden des Josef Men­gele“ hat Oliv­er Guez die Kri­tik­erIn­nen-Szene ges­pal­ten, auch rat­los gemacht. Darf eine Geschichte, die so nahe an der Wirk­lichkeit erzählt wird, noch Roman genan­nt wer­den? Als ob das ein Prob­lem wäre! Guez gelingt es, die Jahrzehnte nach der Flucht des lei­t­en­den Lager­arztes des KZ Auschwitz aus Deutsch­land so zu erzählen, dass dabei auch die poli­tis­chen Struk­turen der Fluchtlän­der, das mächtige Netz der geflüchteten Nazis inklu­sive sein­er Helfer aus Europa sicht­bar wer­den – und es wer­den dabei auch viele Öster­re­ich­er genan­nt. Weit­er…

Was darf man denn überhaupt noch sagen?

Als der Antifaschist Ger­hard Bur­da dem Antifaschis­ten und Kabaret­tis­ten Lukas Rese­tar­its in einem sehr kurzen Face­book-Kom­men­tar vorhielt, dass in den Nazi Bren­nöfen Men­schen „durch den Rost gefall­en“ sind und – das hat er gar nicht einge­fordert – die Redewen­dung daher unter­lassen wer­den sollte, fasste er einen Shit­storm aus. Als wir erläutert haben, dass die Redewen­dung bei den Opfern des Holo­caust bzw. ihren Nachkom­men ein­deutige Assozi­a­tio­nen aus­löst und deshalb ver­mieden wer­den sollte, erhiel­ten wir eben­falls die selb­st­mitlei­di­ge Antwort: Was darf man denn dann noch über­haupt sagen? Weit­er…

„Die Grenzen der Demokratie”: nicht vergnügungssteuerpflichtig

Wie reagiert die öster­re­ichis­che Gesellschaft auf recht­sex­treme Posi­tio­nen? Welche Bedeu­tung haben sie und wie gehen die Abge­ord­neten im Nation­al­rat damit um? Eine Antwort auf diese Fra­gen gibt der Wiener Poli­tik­wis­senschaftler Matthias Fal­ter in sein­er als Buch erschiene­nen über­ar­beit­eten Dis­ser­ta­tion über die „Gren­zen der Demokratie“. Vergnü­gungss­teuer musste er nicht bezahlen für die müh­same Aufar­beitung der Auseinan­der­set­zun­gen um Recht­sex­trem­is­mus im öster­re­ichis­chen Nation­al­rat. Rezen­sion von Har­ald Walser. Weit­er…