136 Resultate gefunden

Schleichende Normalisierung des Rechtsextremismus

Am 13. Jänner fand in Wien ein Hintergrundgespräch zum Thema „Schleichende Normalisierung des Rechtsextremismus in der öffentlichen und politischen Diskussion und in den Haltungen der Bevölkerung“ statt, das von den WissenschafterInnen Ruth Wodak (University of Lancaster), Judith Götz (Universität Wien), Martina Zandonella (SORA Wien) und Jörg Flecker (Universität Wien) geführt wurde. Wir dokumentieren hier den schriftlichen Input von Ruth Wodak, die auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von „Stoppt die Rechten“ ist, mit ihrer Erlaubnis und bestem Dank! (mehr …)

Kapitel „Einzelfälle“ im FPÖ-Historikerbericht: ein weiterer Einzelfall

Am 23. Dezember war er nach mehrfachen vorhergehenden Ankündigungen da: der FPÖ-Historikerbericht oder – wie das Elaborat im Standard bezeichnet wurde – der Hysterikerbericht. Zugegeben, nicht dass wir mit einer ernsthaften Aufarbeitung der braunen FPÖ-Geschichte und Gegenwart gerechnet hätten, aber welches Ausmaß da an Pfusch und Unseriosität vorgelegt wurde, hat selbst uns erstaunt. Ein Beispiel daraus: das Kapitel „Vorwürfe und ‚Einzelfälle’“. (mehr …)

Pseudo-Interviews: Wer spricht mit „Info-Direkt“?

Das Magazin „Info-Direkt“ wird vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) als das aktuell wichtigste rechtsextreme Printmedium in Österreich eingeschätzt. Auf Facebook ist es inzwischen gesperrt. Dennoch finden sich in dem Blatt immer wieder Interviews mit PolitikerInnen aus allen Parteien. Warum ist das so? (mehr …)

Altbekanntes in der „Neuen Aula“: Geschichtsrevisionismus, NS-Relativierung, Antisemitismus

Die Anfang Oktober erschienene „Neue Aula“ knüpft inhaltlich und personell an die alte an. Sogar, was die Diffamierungen der KZ-Häftlinge betrifft. Im Gegensatz zum ersten Aula-Nachfolgemagazin „Freilich“ wird hier erst gar nicht versucht, sich in „neurechter“ Zurückhaltung zu üben. Ein erster Streifzug durch das neue Alte. (mehr …)

FPÖ: höchstens ein blauer Hofstaat

Inzwischen zieht die Spendenaffäre in der FPÖ bereits weitere Kreise, hauptbetroffen bleibt derweilen aber die FPÖ Wien. Von „Schockstarre“ ist da die Rede, von „Gerüchten“ um das Spesenkonto des Ex-Parteichefs Strache, die schon länger kursiert seien, vom „Zittern“, dass bei möglichen Straf- und Rückzahlungen öffentlicher Förderungen ein finanzielles Desaster drohen könnte. Mag alles sein. Wer jetzt aber in der Führungsriege überrascht tut, hat entweder weggeschaut oder mitgespielt. Zudem: Strache ist im Fokus, sein ehemaliger Statthalter Gudenus bleibt außen vor. Zu Unrecht! Ein Kommentar. (mehr …)

Kurz-Biografie im rechtsextremen Umfeld

Die von der ÖVP autorisierte Biografie über Sebastian Kurz ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Nicht nur Schreibstil und ins Anbetende gehende Passagen haben zahlreiche, zwischen humoristisch und beißend angesiedelte Kommentare nach sich gezogen, sondern auch die offenbar falschen biografischen Angaben der Autorin über sich selbst. Mindestens so erwähnenswert ist jedoch der Verlag, in dem die Biografie erschienen ist, denn der verlegt reihenweise rechtsextreme Publikationen. (mehr …)

Rechtsextremes im letzten großen Staatsmuseum. Teil 4: Eine Panzerschau mit NS-Reliquien

Sie wird als Familienevent beworben, die alljährlich stattfindende Show „Auf Rädern und Ketten“. Panzer und andere militärische Gefährte werden ins Freie gerollt und dem Publikum hautnah präsentiert. Verkaufsstände von Privatpersonen und –firmen umrahmen die Veranstaltung, es ist eine Art von Militärkirtag, an dem neben allerlei Militaria-Schrott haufenweise NS-Reliquien feilgeboten werden. Das unter den Augen des verantwortlichen HGM-Angestellten. (mehr …)

Rechtsextremes im letzten großen Staatsmuseum. Teil 3: Rechtsextreme Literatur und Wehrmachtspanzer im Museumsshop

In Teil 1 und 2 haben wir uns mit der äußerst fragwürdigen inhaltlichen und museumsdidaktischen Ausrichtung des Heeresgeschichtlichen Museums (HGM) beschäftigt und warum das Museumskonzept als Projektionsfolie für Rechtsextreme dient. In Teil 3 sehen wir uns den Museumsshop des HGM genauer an. Gefunden haben wir dort rechtsextreme bis revisionistische Literatur und Modelle von Wehrmachtspanzern, die als Kinderspielzeug zum Kauf angeboten werden. Und das in einem Museum, das direkt einem Ministerium, jenem für Landesverteidigung, unterstellt ist. (mehr …)

Rechtsextremes im letzten großen Staatsmuseum. Teil 2: Der zeitgeschichtliche Saal als Steilvorlage für rechtsextreme Umdeutungen der Geschichte

Dem Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) kommt als dem letzten Museum Österreichs, das direkt einem Ministerium untersteht, eine besondere Bedeutung zu: Es repräsentiert durch die Form, wie auf die österreichische Geschichte geblickt wird, eine Art von staatlicher Interpretation der historischen Geschehnisse und Entwicklungen. Dazu kommt: Durch das HGM werden Scharen von BundesheersoldatInnen und auch Schulklassen geschleust. Was die zu sehen bekommen, darf durchaus als erschreckend bezeichnet werden. Am virulentesten tritt diese Problematik freilich im zeitgeschichtlichen Saal 7 (1918-1945) zutage. (mehr …)

Rechtsextremes im letzten großen Staatsmuseum. Teil 1: Das HGM als identitäre Projektionsfläche

Das Heeresgeschichtliche Museum (HGM) ist nicht nur der älteste Museumsbau Wiens, sondern auch das letzte Museum Österreichs, das von einem Bundesministerium (Verteidigung) geleitet wird. Diese direkte Verankerung im Staatsapparat gibt der Frage danach, wie dort Geschichte vermittelt wird, ein besonderes Gewicht. Trotz dieser sensiblen öffentlichen Stellung findet im HGM eine zutiefst rückwärtsgewandte Geschichtsvermittlung statt, die von Heldenverehrung und Monarchieverklärung mitunter bis hin zu einer Offenheit für Rechtsextremismus und Geschichtsrevisionismus reicht. Kein Wunder, dass Martin Sellner vom HGM als identitäre Projektionsfläche schwärmt – und auch der Attentäter von Christchurch sich dort aufgehalten hat. (mehr …)