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Filter Schlagwort: Körperverletzung

Ried im Innkreis: Neonazi drohte mit Machete

Der Angeklagte (24) hat schon eine Vorstrafe wegen Wieder­betä­ti­gung und Kör­per­ver­let­zung, dies­mal stand er aber vor Gericht, weil er einen Jun­gen (13) mit ein­er Machete bedro­ht haben soll. Der Neon­azi aus Utten­dorf leugnete, dass er dem Buben ange­dro­ht hat­te, ihm beim näch­sten Mal mit der Machete den Kopf abzuschnei­den. Trotz Erin­nerungslück­en der Zeu­gen verurteilte ihn die Rich­terin zu 6 Monat­en bed­ingt. Das Urteil ist recht­skräftig, der Bericht zum Prozess auf nachrichten.at.

Hans-Henning Scharsach: Fakten zu Norbert Hofer

Hans-Hen­ning Scharsach ist Jour­nal­ist und Sach­buchau­tor. Mit 33 wurde er Chefredak­teur der NEUE — Vorarl­berg­er Tageszeitung, arbeit­ete neun Jahre als Aus­land­sko­r­re­spon­dent für die Blät­ter des Graz­er Styr­ia-Ver­lages, danach als außen­poli­tis­ch­er Ressortleit­er des Kuri­er und bis 2006 als Leit­er des Aus­land­sres­sorts und stv. Chefredak­teur von NEWS. Seit mehr als 30 Jahren befasst er sich mit The­men des Recht­sex­trem­is­mus, Neon­azis­mus und der Burschen­schaften. Jet­zt ver­fasste er eine umfan­greche Fak­ten­samm­lung zu Nor­bert Hofer, die wir in drei Teilen veröf­fentlicht­en, hier sodann zusam­mengestellt haben. Weit­er…

Graz/Klagenfurt: Ermittlungen gegen identitäre Pöbeltruppe abgeschlossen

Jet­zt gibt es hof­fentlich Bewe­gung bei den Ermit­tlun­gen gegen jene Iden­titären, die am 9. Juni 2016 an der Uni­ver­sität Klagenfurt/Celovec eine Vor­lesung gestürmt und dabei frem­den- und islam­feindliche Parolen gebrüllt haben. Der Rek­tor der Uni­ver­sität, Oliv­er Vitouch, hat die iden­titäre Pöbel­truppe damals aufge­fordert, den Hör­saal zu ver­lassen und wurde in der Folge selb­st attack­iert. Die Staat­san­waltschaft Graz hat nun ihre Ermit­tlun­gen abgeschlossen. Weit­er…

Wiener Neustadt: „Bald kommt Strache!“

Am Dien­stag, 15.11.2016, wurde die am 11.Oktober vertagte Ver­hand­lung wegen NS-Wieder­betä­ti­gung gegen Michael S. (32) aus Mödling wieder aufgenom­men und mit einem Urteil been­det. Wie schon zum ersten Ver­hand­lung­ster­min haben wir dazu einen Kor­re­spon­den­ten­bericht aus Wiener Neustadt erhal­ten. Berichte wie diesen wür­den wir gerne auch von anderen Prozessen wegen Wieder­betä­ti­gung oder Ver­het­zung erhal­ten und auch veröf­fentlichen! Weit­er…

Salzburg: FPÖ-Funktionär muss Aufbruch abbrechen

So schnell kann’s gehen! Im April dieses Jahres wurde der Bernd Buch­n­er zum Bezirksparteiob­mann im Pinz­gau gewählt. „Auf­bruchsstim­mung beim Parteitag der FPÖ-Pinz­gau“ jubelte damals die Salzburg­er FPÖ. Der Auf­bruch wurde jet­zt ziem­lich brüsk abge­brochen. Der Bezirksparteiob­mann wurde am Son­ntag vorüberge­hend festgenom­men, weil er seine Fre­undin mas­siv bedro­ht haben soll. Wie in solchen Fällen Partei-Rou­tine, ist der FPÖ-Funk­tionär aus der Partei aus­ge­treten. Weit­er…

David Schalko: Rede zum Novemberpogrom

Bei der heuer sehr gut besucht­en Gedenkver­anstal­tung zu den Novem­ber­pogromen am ehe­ma­li­gen Aspang­bahn­hof, von dem ab 1939 Zig­tausende Wiener Jüdin­nen und Juden und Roma in die pol­nis­chen Ghet­tos und von dort dann in die Ver­nich­tungslager deportiert wur­den, hielt auch David Schalko eine Rede, die wir – mit seinem Ein­ver­ständ­nis — hier veröf­fentlichen (danke, David Schalko!).

Gedenkveranstaltung am Wiener Aspangbahnhof, 2016 - Bildquelle: Christian Volek

Gedenkver­anstal­tung am Wiener Aspang­bahn­hof, 2016 — Bildquelle: Chris­t­ian Volek

„Albert Camus sagte: Es gibt keine Welt mit Ver­nich­tungslagern, son­dern nur eine Welt als Ver­nich­tungslager. Wenn andere in die Knechtschaft getrieben wer­den, so bet­rifft uns das auch.

Heute leben wir in ein­er Welt mit Ver­nich­tungslagern. Was uns 1945 aufs Tief­ste erschüt­terte, lässt uns heute kalt. Denn Ver­nich­tung von Men­schen gibt es weltweit. Aber wirk­lich nahezuge­hen ver­mag es uns nicht. Sind wir an den Hor­ror gewöh­nt? Sind wir abges­tumpft? Oder hal­ten uns die ständig vor Augen gehal­te­nen Bilder vom Geschehen fern? Weil sie nicht riechen. Weil man die Schreie und das Leid auf laut­los stellen kann. Weil wir tat­säch­lich glauben, dass ein Inter­net­post­ing ein­er Tat gle­ichkommt. Dass es Wider­stand auf der Straße erset­zt. Gesagt getan im per­vertierten Sinn. Weil wir in ein­er Welt leben, in der die eigene Erle­ichterung und Ent­ladung wichtiger sind als wirk­liche Empathie. Und weil der Indi­vid­u­al­is­mus zur Aus­blendung des anderen geführt hat. Let­z­tendlich wis­chen wir in der Real­ität die anderen genau­so weg wie auf unseren Tablets.

Redbeitrag von David Schalko bei der Gedenkfeier am Wiener Aspangbahnhof, 2016 - Bildquelle: Christian Volek

Red­beitrag von David Schalko bei der Gedenk­feier am Wiener Aspang­bahn­hof, 2016 — Bildquelle: Chris­t­ian Volek

Deshalb wählen wir die Trumps und Hofers und Putins und Le Pens. Nicht weil wir glauben, dass sie etwas richt­en oder rev­i­dieren. Son­dern weil wir wählen wie wir posten. Es ist mit der Artiku­la­tion bere­its erledigt und vergessen, dass all dies auch reale Kon­se­quen­zen haben kön­nte, die man vielle­icht so gar nicht wollte. Selb­st wenn es uns die Demokratie kostet. Das Prob­lem ist nicht die Vergesslichkeit des Wäh­lers, son­dern seine Selb­stvergessen­heit. Insofern geht es auch hier um Nichtvergessen.
Zunächst wollte ich heute einen Text lesen, der das nachempfind­en lässt, was let­ztlich nicht nachempfind­bar ist. Nicht für uns, für keinen, der das nicht durch­lebt hat. Ja, vielle­icht nicht ein­mal für jene, die das Ver­nich­tungslager über­lebten. Selb­st sie mussten ver­drän­gen, vergessen kann man nicht, um über­haupt weit­er­leben zu kön­nen. Nachempfind­bar hal­ten, weil es vielle­icht die einzige Form des Nichtvergessens ist. Damit diese Schreck­en­stat­en nicht aus unseren Genen ver­schwinden. Damit es eine emo­tionale Abruf­barkeit gibt. Wobei das ist ver­mut­lich illu­sorisch. Denn die Erschüt­terung lässt erschüt­tern­der Weise nach. Insofern heißt Nichtvergessen auch, die Entsprechung im heute zu find­en. Und diese find­en wir nicht nur in der Ver­höh­nungsäs­thetik der gegen­wär­ti­gen Faschis­ten, die men­schen­ver­ach­t­end sind, weil sie dem Men­schen nichts zutrauen, den Makel als Makel denun­zieren, sich vor der Ungle­ich­heit ekeln und sich selb­st ver­acht­en für ihre Unvol­lkom­men­heit, wobei sich die Fan­tasie der Vol­lkom­men­heit aus der Abtö­tung speist. Und auch die Wäh­ler trauen sich selb­st nichts zu, son­st gäbe es die Sehn­sucht nach den Erlösern, Repara­teuren und Führern nicht. Stellt sich umgekehrt die Frage: Was kann man dem Men­schen zutrauen? Ist es nicht das aller­höch­ste Gut des Men­schen ganz Men­sch zu sein? Wann ist der Men­sch am meis­ten Men­sch? Ver­mut­lich wenn er sich zu seinen Fehlern beken­nt, sie zulässt, sie ins Men­sch­sein mitein­bezieht, wenn er nicht ver­sucht, ein Robot­er zu sein.

Ein Robot­er will per­fek­te Abläufe, Effizienz, Leis­tung, mess­bare Maßstäbe, Bew­er­tung und Erfolg. Robot­er haben kein Mit­ge­fühl für andere. Sie kreisen um sich selb­st und ihre Pro­gram­mierung. Robot­er ver­gasen auch Men­schen, weil sie diese nur als Zahlen sehen. So wie die Nazis keine Men­schenkolon­nen, son­dern Zahlenkolon­nen vor Augen hatten.

Redbeitrag von David Schalko bei der Gedenkfeier am Wiener Aspangbahnhof, 2016 - Bildquelle: Christian Volek

Red­beitrag von David Schalko bei der Gedenk­feier am Wiener Aspang­bahn­hof, 2016 — Bildquelle: Chris­t­ian Volek

Steckt hin­ter der momen­ta­nen Wut und dem Hass nicht vielle­icht die Angst, nur noch als Robot­er emp­fun­den zu wer­den? Überse­hen zu wer­den. Speist sich daraus der Neid auf die anderen? Let­z­tendlich auch der Neid auf den Flüchtling, der sein Leben zum Besseren verän­dern kon­nte. In sozialen Medi­en wird genau diese Mechanik aufge­baut. Man sollte also eher von asozialen Medi­en sprechen. Sie pro­gram­mieren uns mit rotieren­den, gle­ichen Impulsen. Unsere Gefühlswel­ten chang­ieren mech­a­nisch zwis­chen den großen Antipo­den Neid/Hass/Wut und Pathos. Die Nuan­cen dazwis­chen sind erkaltet. Für diese haben wir keine Zeit. Alles muss sofort passieren. Und ver­füg­bar sein. Nicht nur Ursache. Auch Wirkung. Und Lösung. Zumin­d­est Entsprechung. Dieses Ver­hal­ten ist jet­zt auch in der Poli­tik angekom­men, wo Zusam­men­hänge und Beson­nen­heit ein­mal Tugen­den waren. Aber für diese braucht man eben Zeit. In der Hast hat vieles, was uns zum Men­schen macht, keinen Platz.

Gedenkveranstaltung am Wiener Aspangbahnhof, 2016 - Bildquelle: Christian Volek

Gedenkver­anstal­tung am Wiener Aspang­bahn­hof, 2016 — Bildquelle: Chris­t­ian Volek

Bevor man andere deportieren kann, muss man etwas in sich selb­st deportieren. Muss man gewisse Dinge erkalten lassen, muss man sich pro­gram­mieren, etwas abtöten. Im Inter­net dressieren wir uns täglich gegen­seit­ig indem wir nur noch mit Gle­ich­gesin­nten verkehren. So entste­hen keine Milieus, son­dern kon­di­tion­ierte Robot­er. Eine Sim­u­la­tion, wo jed­er Impuls eine zeit­gle­iche Entsprechung hat. Die wir mit Real­ität ver­wech­seln. Und plöt­zlich fühlt sich in diesem Gehen­lassen und diesem Raus­lassen und in diesem Reinkotzen die Ver­nun­ft wie ein Zöli­bat an. Wie ein Befehl zur Entsa­gung, als wür­den Bar­barei und Grausamkeit im Genge­hege des Men­schen schnaufend auf und ab gehen und nur darauf warten, endlich los­ge­lassen zu wer­den. Liegt nicht die kollek­tive Depres­sion darin, dass ein Foto ein echt­es Gesicht genau­so wenig erset­zen kann wie die Lüge die Wahrheit? Wie die Sim­u­la­tion das echte Leben. Ist es nicht das Beken­nt­nis zur Wahrheit, das den Respekt zum anderen schafft? Ist die Lüge nicht die Igno­ranz des anderen? Den anderen als Men­schen erken­nen, auch wenn er ander­er Mei­n­ung ist. Ja, selb­st wenn er Täter ist. Selb­st Hitler war ein Men­sch bevor er Robot­er wurde. Das Erken­nen, all das steckt in uns. Jed­er Gedanke kann sich in die Massen­ver­nich­tung per­vertieren. Nicht nur der nation­al­sozial­is­tis­che. Jed­er. Wenn er begin­nt, uns zu pro­gram­mieren und den anderen zu ent­men­schlichen. Was aber stets mit der Ent­men­schlichung von uns selb­st beginnt.

Deshalb ist Nichtvergessen keines­falls gle­ichzuset­zen mit dem Fin­gerdeut auf die Schuldigen. Oder die heuti­gen Wiedergänger. Ganz nach Camus: Alles Men­schliche bet­rifft uns alle. Es gibt eben nur eine Welt im Ver­nich­tungslager. Nicht mit Ver­nich­tungslagern. Wir sind jene, auf die wir als Schuldige deuten, genau­so wie jene, die ver­gast wer­den. Wie wenig es braucht, um dazu fähig zu sein, das ist es, was wir aus unser­er Geschichte ler­nen müssen. Es geht nicht darum, den anderen zu beschuldigen. Es geht darum, ihn davon abzuhal­ten. Es geht um Aufk­lärung im besten Sinn.

Gedenkveranstaltung am Wiener Aspangbahnhof, 2016 - Bildquelle: Christian Volek

Gedenkver­anstal­tung am Wiener Aspang­bahn­hof, 2016 — Bildquelle: Chris­t­ian Volek

Den Men­schen in sein­er Gesamtheit zu erfassen unter­liegt kein­er Zeit. Ist immer Gegen­wart. Die Gefahr, dass wir wieder Robot­er wer­den, war noch nie so groß wie jet­zt. In Zeit­en von blond gefärbten Män­nern, die mit Super­helden­ver­sprechen eine Super­re­al­ität kreieren, wirkt die Welt wie ein Mar­vel Com­ic. Kün­stlich und überze­ich­net. Es geht auch um Ästhetik. Um eine Ästhetik der Lebendigkeit. Die wieder Schmutz zulässt. Und im soge­nan­nten Makel wieder Schön­heit erken­nt. Die nicht auf Aus­löschung aus­gerichtet ist, in dem sie alles gle­ich­macht und in Monot­o­nie verschüttet.

Wir soll­ten vor allem nicht vergessen, wer wir sind. Und weniger danach eifern, wer wir sein wollen oder vorgeben zu sein. Das führt genau zu jen­er Selb­ster­he­bung und Demü­ti­gungsspi­rale, in der wir heute gefan­gen sind. Hier am Aspang­bahn­hof, wo man ein Mah­n­mal braucht, weil es keine Spuren des Schreck­ens mehr gibt, wur­den zehn­tausende Men­schen in Züge geprügelt, auch viele Kinder, die sich an ihre Pup­pen klam­merten, weil sie nicht ver­standen, wozu der Men­sch fähig ist. Irgend­wann wird soviel Zeit ver­gan­gen sein, dass wir keine emo­tionalen Spuren des Holo­causts mehr in uns tra­gen, ähn­lich wie sich nichts mehr regt, wenn wir an die 50 Mil­lio­nen Toten des Sklaven­han­dels denken oder an andere his­torische Genozide. Solche Abende sind dazu da, um uns daran zu erin­nern, dass wir all diese Spuren immer in uns tra­gen, weil wir selb­st diese Spuren sind. Es sitzt in uns. In jedem. Immer. In diesem Sinne: Wehret den Anfängen.” 

Wien: Hitlergruß bei Hofers Schluss

Bei der Schlussver­anstal­tung der FPÖ zur zweit­en Runde im Präsi­dentschaftswahlkampf zeigte der Angeklagte den Hit­ler­gruß. Er war nicht der einzige, der damals, am 20.5.2016 am Vik­tor-Adler-Markt „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“ gerufen hat, während Stra­che das Pub­likum aufheizte. Aber er stand jeden­falls als einziger am Mon­tag, 24.10. vor einem Schwurg­ericht – wegen Wieder­betä­ti­gung. Ein Prozess­bericht. Weit­er…

Kremsmünster (OÖ): Randalierender blauer Gemeinderat bewaffnet?

Andreas Lehn­er war bis Mon­tag (17.10.2016) Gemein­der­at der FPÖ in Kremsmün­ster. Da hat der Bezirksparteiob­mann der FPÖ dann bekan­nt­gegeben, dass der Gemein­der­at sein Man­dat zurück­gelegt und seine Parteim­it­glied­schaft ruhend gestellt habe. Am Woch­enende soll er näm­lich bei einem Kebap-Stand ziem­lich aus­gerastet sein und in der Folge mit einem Fre­und auf Zivilpolizis­ten, die ein­schre­it­en woll­ten, los­ge­gan­gen sein. Weit­er…