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Donner blieb ungehört

Das „Freundschaftstreffen“ von deutschen und tschechischen Neonazis in Niederbayern mit musikalischer Untermalung durch den „Donner des Nordens“ aus Wien (wir berichteten) fand weitgehend ohne Publikum statt.

Ein Schärdinger Neonazi wurde –wie die „Passauer Neue Presse“ berichtete – gleich nach seiner Ankunft verhaftet. Hier der Bericht der „Passauer Neue Presse“ vom 5.7.2010 Weiter…

Das FES-Projekt: „Was tun gegen rechtsextreme Demagogen?“

Das FES-Projekt, eine „Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus“ in Deutschland, als ein Beispiel wie aktiv gegen Rechtsextremismus gehandelt werden kann. Von der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Das Projekt „Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus“ wird vom Forum Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt. Es besteht seit 2005 zusätzlich zu den bisherigen Aktivitäten der Stiftung zum Thema Rechtsextremismus und gliedert sich in vier Arbeitslinien Weiter…

Der FPÖ-Kamerad Kurzmann, alpen-donau.info und die Wehrsportler

Am 27. Juni 2010 veröffentlichte derstandard.at ein Interview mit dem Nationalratsabgeordneten der FPÖ, Gerhard Kurzmann.

Wie Kurzmann im aktuellem Interview mit dem Standard und schon Anfang 2009 gegenüber dem Falter bestätigte, ist er noch immer Mitglied bei dem Verein Kameradschaft IV (K IV). FPÖ-Sprecher der Steiermark, Karl Heinz Grünsteidl, behauptete noch 2008, dass Kurzmann „sicher nicht mehr“ Mitglied der K IV sei (Vorarlberger Tageszeitung, 20.7.2008).
Die Kameradschaft wird vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes wie folgt beschrieben „Die Kameradschaft IV (K IV) ist eine […] rechtsextreme Veteranenorganisation ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS. Die K IV versucht die Waffen-SS, die vom Nürnberger Gerichtshof als Teil der SS zu einer verbrecherischen Organisation erklärt wurde, als vierten Wehrmachtsteil und damit als unbedenklich hinzustellen und leitet ihren Namen daraus ab.“

Kurzmann verteidigt im derstandard.at-Interview die Kameradschaft IV: „Weil die Leute, die ich dort kennengelernt habe, anständige Leute sind. Sie haben als Soldaten in einer sehr schwierigen Zeit ihre Pflicht erfüllt und es nicht verdient, ständig angeschüttet oder vernadert zu werden.“

alpen-donau.info veröffentlichte am 10. Juni 2010 einen übersetzten Beitrag von Krisztián Németh, in dem berichtet wird, dass eine Abordnung der neonazistischen und paramilitärischen „Ungarischen Nationalen Front (MNA)“ auf Einladung der steirischen K IV an einer Gedenkveranstaltung in Dég teilgenommen haben. Die ungarischen Nazis schreiben, dass sie „mit großer Sympathie empfangen“ und zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen worden seien.

Feier in Deg mit Kameradschaft IV
Gedenkfeier in Dég, mit der Kameradschaft IV und der „Ungarischen Nationalen Front (MNA)“ – dieses Bild wurde auf alpen-donau.info veröffentlicht

Die österreichischen Neonazis von alpen-donau.info berichten immer wieder über Wehrsportübungen der „Ungarischen Nationalen Front (MNA)“. Der MNA-Führer drohte öffentlich, dass „die neue Welt im Feuer, Schmutz und Blut geboren wird“ – worauf man sich (militärisch) vorbereite.

MNA-Nazis bei einer Wehrsportübung
MNA-Nazis bei einer Wehrsportübung
Die MNA bei einer Wehrsportübung – diese Bilder wurden auf alpen-donau.info veröffentlicht

Es stellt sich die Frage, welche Verbindungen es zwischen österreichischen Neonazis und den Wehrsportlern in Ungarn gibt und ob sich die auf das Veröffentlichen von Texten über Wehrsportübungen beschränken.

Außerdem wüssten wir gerne: hat Gerhard Kurzmann, immerhin Spitzenkandidat der FPÖ für die steirischen Landtagswahlen, nicht gewusst, dass sich seine steirischen Kameraden von der K IV mit den ungarischen Neonazis freundschaftlich treffen? Und wenn er’s nicht gewusst haben sollte, was sagt er dazu?

MNA-Nazis bei Wehrsportübung
Die MNA bei einer Wehrsportübung – dieses Bild wurde auf alpen-donau.info veröffentlicht

Das Interview im Standard
DÖW-Meldung
DÖW über die Kameradschaft IV

Achtung: Österreichischer Nazi-Band-Export!

Auf dem Gelände des Gasthauses „Zum Jägerwirt“ im niederbayerischen Buchhofen (Landkreis Deggendorf) findet am 3. Juli unter dem Motto „Day of Friendship“ eine deutsch-tschechische Neonazi-Veranstaltung statt..

Aufgespielt wird dabei nicht nur von den tschechischen Szene-Bands „Legion S“ und „Ortel“, sondern auch von der österreichischen Kombo „Donner des Nordens“.

Kai, der

Die Krawall-Kombo „Donner des Nordens“, die seit 2005 existiert, hatte ihren letzten bekannten Auftritt beim Solidaritätskonzert für den Nazi- Totschläger Jürgen Kasamas im Juni 2009. im Gasthaus „Zur Alm“ im 2. Wiener Gemeindebezirk. Kasamas hatte im März 2009 einen ihm völlig unbekannten Menschen auf offener Straße niedergeschlagen und sein Gesicht zu Brei zertreten. Der Wirt Andre Herold, ein Thai-Box-Kamerad von Kasamas, konnte somit ein Nazi-Solidaritätskonzert mit einem Totschläger völlig ungestört von Magistrat und Verfassungsschutz durchführen.
Damals durfte der „Donner des Nordens“ gemeinsam mit der „Servicecrew Vienna“ die versammelten Kameraden zum Pogo aufheizen. Über die musikalische Qualität der Gruppe urteilte ein Nazi auf Thiazi.net so: „Das eigene Lied (Donner des Nordens) wurde gut hingelegt ….Leider fehlte eine Bassgitarre und die Anlage war nicht unbedingt berauschend“.

Die Entwicklung der Band, die aus der Black-Metal-Szene kommt, ist nicht untypisch. Abgesehen davon, dass ihr sogar für Black Metal die musikalische Qualität und mittlerweile einmal der Sänger und ein andermal die Bassgitarre fehlt, landete auch diese Band im Genre Nazi-Krawallkombo.

Im Jänner 2010 durfte die Gruppe – wiederum gemeinsam mit der „Servicecrew Vienna“ und Gruppen wie „Blitzkrieg“ und „Sturmtrupp“ (beide BRD) – in Slowenien auftreten. Die aus Österreich angereisten Neonazis bezahlten sogar einen Eintrittspreis in der Höhe von 15 Euro dafür, dass sie Songs wie „Die alten Zeiten kommen wieder“, „Club der Umerzogenen“ oder „Die Fahne hoch“ mitgrölen und sich anschliessend ein bisschen gegenseitig prügeln konnten.

Der Wechsel über die Landesgrenze, um einem behördlichen Verbot (oder- wie bei Kategorie C- einem Vertragsausstieg) auszuweichen, findet immer häufiger statt. Slowenien, die Slowakei, aber vor allem Ungarn, sind mittlerweile bevorzugte Länder für Nazi- Bands. Teils, weil die Behörden noch wenig Erfahrungen mit Nazi-Krawalltruppen haben, teils, weil – wie in Ungarn – die politischen Verhältnisse keinen Widerstand gegen öffentliche Nazi -Auftritte bieten.

Ob der Auftritt von „Donner des Nordens“ und das deutsch-tschechische Nazi-Freundschaftstreffen in Niederbayern stattfinden wird, ist deshalb –trotz Ankündigung – noch offen. Die Leute vom „Donner des Nordens“ haben jedenfalls ihr Repertoire aufgestockt und können schon mindestens 2-3 Eigenproduktionen spielen! Ob fehlerfrei oder ohne Sänger oder Gitarre, das ist für einen Nazi-Pogo nicht so wichtig.
Gute Infos über die rechtsextreme und Nazi-Rock-Szene gibt’s hier: http://fightfascism.wordpress.com/

Wir haben aber auch noch eine ganz spezielle Überraschung!

We proudly present:

Die Eigenpräsentation von „Donner des Nordens“ von ihrer –naja, sagens wir’s vornehm – etwas ungepflegten Homepage. Wer es schafft, die zahlreichen Fehler zu zählen, ist ganz sicher kein Nazi! Die beherrschen die deutsche Sprache nicht!

Wir suchen ein neuen Sänger!

Wer was weiß, soll uns anschreiben oder in das Gästebuch schreiben!

Kai der Wikinger den 5.Sep. 2006
02.10.07

Vote Us! – DONNER DES DONNER

Wir haben in letzter Zeit mit unserem neun Schlagzeuger „Peter“ mehr Beschäftigt!
Unser Sänger Problem reist nicht ab.
Da unser Sepp sich für Unerreichbar hält, lässt es nicht zusammen Arbeiten!
Wir Danken ihn für seine Bereitschaft!
Somit ist der Sänger Posten wieder offen!
Jeder der meint, denkt oder weiß das er Singen kann und will es bei uns Versuchen immer her damit!
Du solltest aus Raum Wien kommen und mindestens 18 Jahre alt sein!
12.05.07

Franz Radl wieder einmal vor Gericht – ohne „alpen donau“!

Franz Radl, Rechtsextremist und verhinderter Lokalpolitiker aus der Steiermark, musste sich heute, 29.6.2010, vor dem Landesgericht Graz wegen übler Nachrede verantworten. Bei Radl waren bei einer Hausdurchsuchung Flugblätter gefunden worden, in denen er den Feldbacher Bürgermeister der Spiel- und Alkoholsucht beschuldigt hatte.

Der Prozess selbst dauerte „kaum mehr als fünf Minuten“ (ORF – Steiermark). Der Richter verfügte lediglich, dass die Flugblätter und Plakate vernichtet werden und verwies den Vorwurf der Beschimpfung und üblen Nachrede zurück an das Bezirksgericht.

Der Feldbacher Bürgermeister Deutschmann, gegen den sich die Angriffe Radls richteten, gab vor Gericht an, dass er seit 2007 verfolgt und bedroht werde: „Ich habe Angst um mich und meine Familie“. Auf die Straße vor seinem Wohnhaus sei „Saujude“ aufgesprüht worden, er sei beschimpft („Türkenschwein“) und bedroht („Deine Zeit kommt!“) worden. Die Polizei habe ihm geraten, auf sich aufzupassen…

Deutschmann erklärte vor Gericht, er kenne den Angeklagten Radl nicht persönlich und habe ihn erst zwei Mal gesehen: „Vor Gericht und in einem Lokal: Ich kam vom WC, da hat er mich fotografiert.“

Foto des Bürgermeisters was auf alpen-donau.info veröffentlicht wurde
veröffentlicht auf alpen-donau.info…

Auf der Neonazi-website „alpen-donau“ war zuletzt am 10.5.2010 über den Prozess und die Vorwürfe gegen Radl berichtet worden. Dabei wurden auch die hetzerischen Flugblätter, deren Vernichtung jetzt vom Richter angeordnet wurde, im Faksimile wiedergegeben. Radl wurde als der „Typus des ewig umtriebigen Nationalisten“, der „gegen die Vernichtung unseres Volkes“ kämpfe, beschrieben. Eigenlob stinkt!

Interessant an den von „alpen-donau“ wiedergegebenen Flugblättern ist, dass das eine mit einem „hc-man“-comic über das Ausländerwahlrecht endet. Der Comic stammt tatsächlich aus der FPÖ-Sudelküche ( http://cleanpolitics.wienxtra.at/wordpress/?p=41 ), sodass man eigentlich annehmen müsste, dass auch das anonyme Flugblatt mit der FPÖ zu tun hat. Uns liegt allerdings kein Hinweis dazu vor. Allerdings haben wir auch keine Erklärung gefunden, in der sich die FPÖ von diesem Flugblatt distanzieren würde.

Bemerkenswert ist nicht nur, dass die bei Franz Radl gefundenen Flugblätter auf „alpen-donau“ wiedergegeben wurden, auch das Foto, das den Bürgermeister in dem Lokal zeigt und von dem dieser vermutet, dass es von Radl geschossen wurde (siehe oben), ist auf „alpen-donau“ zu finden.

Radl, der nicht wissen will, woher die Flugblätter kommen, stimmte im Prozess zu, dass sie eingestampft werden. Er muss auch die Verhandlungskosten tragen.

Auf Radl wartet noch ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz.

Siehe auch: Kurier

Wochenendarbeit für steirische Neonazis

Am Wochenende 26./27.6. 2010 haben einige steirische Facebook-User ihre Profile verändert.

Auslöser war die Schlägerei, die einige Neonazis am 23.6. beim Public Viewing am Karmeliterplatz in Graz angezettelt und unter diversen einschlägigen Rufen mit einer Körperverletzung und ihrer Flucht beendet haben.
Einer der vermutlich Beteiligten, H.P.A., hat nach seiner Ausnüchterung seine Pinnwand und seine Kontakte vom Netz genommen.

Auf der Pinnwand waren Sinnsprüche wie „Fußball und Gewalt!!!!!!“ (21.Juni ) zu lesen oder der Hinweis: „so jetzt gehts dan ab zu meinen freunden der Polizei! mal schaun was de wollen. und dan England zu sehen!“ (18.Juni).
Nach der Schlägerei hat H.P.A. sein Interesse an Kommunikation und der Freude über den deutschen Sieg über Ghana schlagartig verloren, obwohl er vor dem Match bzw. der Schlägerei noch gepinnt hatte: „Fußball Weltmeister – es gibt nur einen – DEUTSCHLAND heißt er!!!!!!!!“ (Di, 22.6.).

H.P.A. gehört zur rechtsextremen Hooligan-Szene um den GAK, und so wie er haben einige andere Rechtsextreme aus der Szene das Wochenende genutzt, um einmal zu arbeiten.: Kontakte, Interessen („Gefällt mir!“-Listen) und die Pinnwände wurden gelöscht, die Facebook –Profile strahlen jetzt in nackter Unschuld – vor der Strafverfolgung schützt das allerdings nicht!

Bücher zum Thema Rechtsextremismus

Bibliothek von unten – Neueinkäufe

Rechtsextrem. Symbole, Codes, Musik, Gesetze, Organisationen.
Christa Bauer, Willi Mernyi; Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, 2010. ISBN 9783703514333

Die Neue Rechte und der Neorassismus.
Ines Aftenberger; Grazer Universitätsverlag – Leykam – Karl-Franzens-Universität Graz, 2007. ISBN 9783701100880

Autonome Nationalisten. Die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur.
Jürgen Peters, Christoph Schulze; Unrast, 2009. ISBN 9783897711013 Weiter…

Neonazi-Übergriff: Kogler griff ein und dankt heute weiteren Besuchern für Zivilcourage

Quelle: steiermark.gruene.at

24.06.2010 15:56

Grünen-Landtagsspitzenkandidat Werner Kogler stellte sich Neonazi-Übergriffen entgegen.

Werner Kogler

In einem Pressegespräch heute Nachmittag gab nun der Grüne Landtagsspitzenkandidat Werner Kogler seine Wahrnehmung der gestrigen Neonazi-Übergriffe beim Public Viewing im Pfauengarten wieder. „Zu Beginn der zweiten Halbzeit des Spiels Deutschland gegen Ghana beobachtete ich gemeinsam mit einem Parteimitarbeiter, dass an einem nahen Tisch eine Gruppe von jungen Männern in dunklen Deutschland-Trikots anfing für Unruhe zu sorgen. Ich selbst habe Wörter wie ,Nigger‘ oder ,Sieg Deutschland‘ gehört, mir wurde später erzählt, dass sie auch ,SS, SA, wir sind wieder da‘‘ und dergleichen ,gegrölt‘ haben. Nach einiger Zeit ging dieses Verhalten den anderen Besuchern zu sehr auf die Nerven und sie versuchten auf die Gruppe verbal einzuwirken, damit aufzuhören. Daraufhin begannen die offensichtlichen Neonazis, vor allem vier sind mir davon aufgefallen, eine körperliche Auseinandersetzung – die erste Ohrfeige ins Gesicht eines Fußballfans habe ich deutlich gesehen“, so Kogler, der sich daraufhin zwischen die Gruppen stellte um die Auseinandersetzung zu schlichten. „Ich habe den Männern gesagt, dass ich genau beobachtet habe, wer angefangen hat und dass sie damit sofort aufhören sollen“, so Kogler. Die vier schienen den grünen Abgeordneten zu erkennen „Ah, die Grünen sind auch da!“) und ließen von ihrem Verhalten ab um sich Richtung Ausgang zu begeben – dabei schütteten sie Kogler noch einen Becher Bier in die Augen.

Der Grüne Parteimitarbeiter wollte daraufhin den jungen Männern nachgehen um beim Ausgang mit den Securitys ihre Identität feststellen zu lassen – als er nach wenigen Minuten zu Kogler und den anderen Besuchern zurück kam, war sein Gesicht blutüberströmt. Er wird heute operiert und hat zumindest einen Jochbeinbruch davongetragen.

Kogler bedankte sich heute bei jenen Public Viewing-Besuchern, die Zivilcourage gezeigt hatten und die ausufernden Neonazi-Beschimpfungen stoppen wollten – und er verlieh seiner Zuversicht Ausdruck, dass die Polizei, bei der er heute Abend als Zeuge aussagen wird, zügig und umfassend ermitteln werde. „Dieser Vorfall zeigt einmal mehr: Es gibt neonazistische Gesinnung, es gibt Neonazis, es gibt ideologisch motivierte gewalttätige Übergriffe“, so der Grüne Landtagsspitzenkandidat abschließend.

Siehe auch: Graz: Neonazis stänkern und schlägern – Jochbeinbruch