• Einfache Suche:

  • Sortierung

  • Erweiterte Suche:

  • Schlagwörter:

  • Zeitraum:

Filter Schlagwort: Ideologien

OÖ: Rechtsextreme versammeln sich bei AFP-Akademie

Die rechtsextreme AFP, das Sammelbecken des österreichischen Rechtsextremismus für Alt- und Neonazis, hält ihre wichtigste Veranstaltung, die „Politische Akademie“, heuer wieder in Oberösterreich ab und zwar vom 15. bis 17. Oktober. Auch in den letzten Jahren war OÖ mehrfach Schauplatz für die rechten Recken der AFP, die sich listigerweise „Aktionsgemeinschaft für demokratische Politik“ nennt. Weiter…

Der Feind liest mit…

Ein Interview geführt von der Zeitung „Ermutigen“ der Amadeu Antonio Stiftung, über das Thema Internet und wie relevant es für Neonazis ist.

Das Thema Internet wird auch für Neonazis relevant. Im Web 2.0, auf Blogs und in Foren tummeln sie sich. Über die Wichtigkeit des Internets sprach die Aussteigerorganisation EXIT mit Franka, die bis vor kurzen in der Neonazi-Szene aktiv vor.

EXIT: Ist das Internet ein wichtiges Medium für die Naziszene?

Natürlich ist es wichtig. In den letzten sechs Jahren hat sich 70 bis 80 Prozent der Vernetzung ins Internet verlagert. Wichtiger als die öffentliche NPD-Seite oder die sozialen Netzwerke sind die versteckten Foren, auf denen für Demonstrationen geworben wird. Es gibt sogar Kontaktbörsen von Neonazis. Dort bleibt man unter sich und kann sich austauschen. Darauf sollte man das Augenmerk richten.

EXIT: Und wie komme ich als außenstehende Person in solche Foren?

Wenn man an die Adresse von versteckten Foren herangekommen ist, braucht man bestimmte Zugangsdaten. Die User werden auch manchmal überprüft, ob sie auch wirklich in die Kreise gehören. Das heißt, man muss entweder einen Nachweis schicken, seine Telefonnummer oder seinen Wohnort preisgeben. Wenn man nicht sagen kann, mit welchen Kameradschaften man Kontakt hat, wird man nicht rein gelassen. Es gibt auch öffentliche Foren. Da kann man sich einfach anmelden.

EXIT: Und hält man sich in öffentlichen Foren dann zurück, weil der „Feind“ mitlesen könnte?

Ja, bei öffentlichen Foren, die eigentlich nur für Nazis sein sollten, wird man nichts bekanntgeben und sich auch nicht austauschen. Dazu wird auf geschlossene Foren verwiesen, in denen man sich erst einmal „outen“ muss. Kameradschaften haben unter sich eigene Foren und Webseiten, über die das Ganze läuft.

EXIT: Wenn man sich die Kommentare auf Altermedia oder Thiazi anschaut: wie werden die moderiert?

Das ist von Forum zu Forum verschieden. Es gibt neben dem Betreiber meist noch Administratoren und Moderatoren, die sich darum kümmern, Kommentare freizuschalten oder zu löschen. Wenn es öffentlich ist, schauen sie auch, ob es strafrechtlich relevant ist. Da kommt es aber auch darauf an, ob der Server im In- oder Ausland liegt.

EXIT: Das ist aber auch viel Arbeit, oder?

Ja, die meisten sind arbeitslos und sitzen dann den ganzen Tag vor dem PC. Da geht nichts nebenbei. Es gibt Demonstrationen und Internet. Die leben für die Sache und fühlen sich als würden sie unheimlich viel für ihr Deutschland machen. Bei Altermedia zum Beispiel müssen es mehr als drei Leute sein, damit es funktioniert.

EXIT: Und wie sieht es mit Anweisungen aus, wie Neonazis sich im Internet verhalten sollen?

Ich denke, damit wird einfach nur abgelenkt von der vorhandenen Vernetzung. Hinter den Kulissen kann man gerade mit dem Internet mehr machen und so lenkt man vom eigentlichen Fokus ab.

EXIT: Was ist mit Profilen bei den sozialen Netzwerken? Wie wird reagiert, wenn die gelöscht werden?

Dann macht man sich eben ein neues. Manche haben auch mehrere Profile und sind mit einem immer irgendwie online. Man fällt auch nicht immer gleich mit der Tür ins Haus und kleistert alles mit Hakenkreuzen zu. Es gibt natürlich Dumpfbacken, die das immer wieder tun. Aber es gibt auch die, die subtiler sind und sich an linken Gruppen oder der Polizei vorbeischleichen.

EXIT: Die Vernetzung hat durch das Internet zugenommen. Kann sich die Szene dadurch schneller mobilisieren?

Es könnte so funktionieren, aber dazu sind Nazis zu phlegmatisch. Man muss wochenlang anpreisen und mobilmachen, dann klappt es. Wenn man das nicht macht, sind vielleicht 30 Leute da. Aber mit dem Internet kann man auf Demonstrationen besser reagieren. Bei Blockaden oder Interventionen der Polizei kann man Informationen einfach abrufen, sich dann anders formieren oder woanders hingehen. Da wird sich die Rolle des Internets noch weiterentwickeln.

Das Interview führte Fabian Wichmann.
Foto: eurleif via Flickr, cc

Das Interview erschien zuerst in der Zeitung „Ermutigen“ der Amadeu Antonio Stiftung.

Aktionswoche gegen Rechtsextremismus im Internet

„Soziale Online-Netzwerke haben sich im Kampf gegen Rechtsextremismus zusammengeschlossen. 20 Internetplattformen wie Myspace, StudiVZ und Youtube wollen sich mit Bannern und Buttons eine Woche lang gegen rassistische und gewaltprovozierende Inhalte aussprechen.“ (Quelle. derstandard.at)

Dass „Löschaufruf“-Kampagnen zum Beispiel auf Facebook auch problematisch sind zeigt das Beispiel von npd-blog.info. Dieser Blog, der rechtsextreme Strukturen im Zusammenhang mit der NPD aufdeckt, wurde von Facebook gelöscht, nach Angaben des „Sozialen Netzwerk“ war es ein „Versehen“. Andere Quellen sprechen von einer gezielten Löschung, da es offenbar Beschwerden gegen npd-blog.info gab. Der Verdacht liegt nahe dass Rechtsextreme in einer gezielten Aktion den Blog gemeldet haben und somit eine Löschung in Gang setzten. Aufgrund der Sperrung wurden mehr als 1000 UnterstützerInnen gelöscht. (Siehe auch: Facebook-Sperre: Versehen oder Absicht?)

Diese Problematik wollen wir in den nächsten Tagen nochmals ansprechen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, da das Beispiel zeigt, dass mehr notwendig ist als „Löschanträge“ zu stellen. Sowie auch die aktuelle Kampagne „Aktionswoche gegen Rechtsextremismus im Internet“ auf Information und Aufklärung setzt: „Mit Argumenten dagegen halten. Widersprechen. Grenzen setzen. Widersprüche aufzeigen. Sagen, warum etwas rassistisch / antisemitisch / ns-verherrlichend ist.“

Die Sozialen Netzwerke setzen ein Zeichen:

* • Wir wollen Neonazis keine Plattform bieten!
* • Für demokratisches Miteinander.
* • Gegen Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungstheorien.

* • Die Meinungsfreiheit, die Nazis meinen:
* • Volksverhetzung und Holocaustleugnung.
* • Ungestört andere angreifen, beleidigen, herabwürdigen.

* • Das nehmen wir nicht hin.
* • Wir werden aktiv.
* • Damit es im Web 2.0 keinen Raum für Diskriminierung gibt.

Warum?

Neonazis nutzen das Internet seit Anbeginn, um ihre menschenverachtenden Botschaften zu verbreiten. Seit es das Web 2.0 gibt, ist das nicht einmal mehr schwierig.

In Sozialen Netzwerken melden Neonazis sich mit rechtsextremen Nicknames an, stellen Videos von einschlägigen Szene-Bands ein, vernetzen sich in revisionistische Gruppen, stiften mit rassistischen Parolen in Chatforen Unfrieden oder bedrohen mit Pinnwand-Postings nicht-rechte Userinnen und User. Sie knüpfen untereinander Kontakte, stellen stolz ihre hasserfüllte Gesinnung zur Schau und brüsten sich mit dem Gefühl, eine „unterdrückte Minderheit“ zu sein. Damit versuchen sie, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus oder Verschwörungstheorien normal und alltäglich erscheinen zu lassen. Und sie üben auch im Internet Gewalt gegen Menschen oder Gruppen aus – von Psychoterror in Internetforen bis zur Verabredung körperlicher Angriffe in der Realität. » […]

Erste Anregungen gibt es hier »

Mariazell: Schmiererei an der Basilika

In der Nacht auf den 10. Oktober wurde der Granitsockel der Mariazeller Basilika auf einer Länge von 30 Metern mit dem Spruch“Der Koran ist dem Teufel seine Bibel Am Horizont taucht der Teufel auf“ von bislang unbekannten Tätern beschmiert.


Schmiererei in Mariazell Bildquelle: kleinezeitung.at

Die Schmiererei weicht mit ihrer vorgeblich religiösen Botschaft etwas von den bekannten rassistischen, antisemitischen und islamophoben Schmierereien der letzten Jahre ab:

-Das KZ Mauthausen war 2009 im Februar mit dem Spruch „Was unseren Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut, seid auf der Hut! 3. Weltkrieg -8.Kreuzzug“ und im März 2010 mit „Türk und Jud, giftig’s Blut“ an der Aussenmauer beschmiert worden.

-An einem Kindergarten in Linz wurde im Juni 2009 die Schmiererei „Was fürn Vater der Jud, ist für uns die Moslembrut“ mit der Signatur „88“ entdeckt.

-Ende Juni 2009 wurde am Wiener Westbahnhof „Einst Jud –jetzt Moslembrut“ geschmiert.


Bildquelle: derstandard.at: „Moslembrut“-Hetze beim Westbahnhof

Wie die Tageszeitung „Österreich“ in ihrer Ausgabe vom 12.10.2010 meldet, ermittelt die Polizei auch im Umfeld der Mariazeller Freiheitlichen. (Quellen: Kurier, Österreich)

FPÖ Steiermark: „Mein Kampf“ zum Geburtstag vom Ex-Abgeordneten

Das Magazin „report“ des ORF beschäftigte sich in seiner Ausgabe vom 5.10.2010 mit weiteren Verhaltensauffälligkeiten der steirischen FPÖ. Zu sehen und zu hören war zunächst Gerhard Kurzmann, Parteiobmann der FPÖ, der während des Präsidentschafts- Wahlkampfs von Barbara Rosenkranz – neben ihr stehend, von einem Passanten mit antisemitischen Sprüchen über den Holocaust, den von den Juden bezahlten Obama, die von den Juden beherrschte Wirtschaft konfrontiert wurde. Kurzmann nickt mehrmals während der antisemitischen Suada, die er nur einmal unterbricht: Weiter…

Ex-Unteroffizier wegen Hitlergruß verurteilt

Das Urteil im Wiederbetätigungsprozess gegen den 42-jährigen Unteroffizier: 3 Monate bedingt. Der Geschworenensenat sah als erwiesen an, dass der Burgenländer während eines Auslandseinsatzes im Kosovo mehrfach den Hitlergruß verwendet und bei einer privaten Feier am Stützpunkt ein T-Shirt mit einem „stilisierten Konterfei“ – auf dem Leibchen befand sich ein Smiley mit Hitlerbart und Seitenscheitel – von Adolf Hitler getragen habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Pikanterie beim Prozess: Vorsitzender des Geschworenensenats war Wolfgang Rauter, der in früheren Zeiten, als er noch FPÖ-Landtagsabgeordneter war, zum Nationalsozialismus anmerkte, dass es möglich sein müsse, auch die positiven Aspekte darzulegen.

Schärding: Brandstiftung mit Deutschland-Flagge

Mittlerweile werden mehr Details zu dem Brandstifter von Schärding bzw. dem Brandanschlag vom Sonntag bekannt.
Wie in fast allen Medien berichtet wurde, hat ein 23-Jähriger in Schärding das Wohnhaus, in dem nicht nur er, sondern auch etliche andere, zum Teil migrantische MitbewohnerInnen leben, in Brand gesteckt. Neun HausbewohnerInnen wurden dadurch verletzt, der Täter versuchte, die Feuerwehr am Einsatz zu hindern, lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und nahm vorübergehend auch zwei Kinder als Geiseln. Das Haus wurde durch die Brandstiftung faktisch unbewohnbar. Weiter…