„Kampf um die Erinnerung in Jasenovac”

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Do, 7. Mai, 19:00
Ver­an­stal­tungs­ort ist jeweils das Roma­no Cen­tro, Hof­mannst­hal­gas­se 2/2, 1030 Wien

Dr.in Ljil­ja­na Rado­nić: „Kampf um die Erin­ne­rung in Jasenovac”

Wäh­rend in ande­ren Län­dern Ende der 1980er Jah­re die indi­vi­du­el­len Opfer der Konzentrationslager
und ihre Geschich­ten in den Vor­der­grund rück­ten, brach in Jugo­sla­wi­en ein ‚Krieg um die Erinnerung’,
vor allem um die Jasenovac-Opfer, aus. Wäh­rend ser­bi­sche Natio­na­lis­tIn­nen von bis zu einer Million
Opfern spra­chen, redu­zier­te der spä­te­re kroa­ti­sche Prä­si­dent Tuđ­man die Opfer­zahl auf 30.000-40.000
und woll­te in den 1990ern die Kno­chen von Bleiburg-Opfern nach Jasen­o­vac umbet­ten, um eine
’natio­na­le Gedenk­stät­te’ zu schaf­fen. In der 2006 eröff­ne­ten Jasenovac-Ausstellung wer­den diese
Mani­pu­la­tio­nen ange­spro­chen und der Fokus liegt nun auf den indi­vi­du­el­len Opfern. Doch wer­den vor
allem ‚die Roma’ ste­reo­typ dar­ge­stellt und die Täte­rIn­nen kom­men zu kurz.

Ljil­ja­na Rado­nić lehrt als Gast­pro­fes­so­rin an der Uni­ver­si­tät Gie­ßen zu kri­ti­scher Gesellschaftstheorie.
Im Rah­men ihres Habi­li­ta­ti­ons­pro­jekts forscht sie zum Zwei­ten Welt­krieg in postsozialistischen
Gedenk­mu­se­en. 2010 erschien ihr Buch „Krieg um die Erin­ne­rung – Kroa­ti­sche Vergangenheitspolitik
zwi­schen Revi­sio­nis­mus und euro­päi­schen Stan­dards“ im Cam­pus Verlag