Johann Gudenus: Einer, der wieder aufräumen will…

Wie Johann Gudenus, Klubobmann der FPÖ im Wiener Gemeinderat, zu dem – ihm von einigen Medien verliehenen – Ruf eines moderaten Freiheitlichen gekommen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Das Attribut ist jedenfalls unverdient. Johann Gudenus, einer der Söhne von John Gudenus, ist ein strammer Rechter. Das ist nicht nur durch seine jüngsten Äußerungen belegbar , die „profil“ in seiner Ausgabe vom 7.10.2013 zitiert.

Österreichweit wurde Johann Gudenus bekannt, als er 2003 , damals frischgebackener Obmann des RFJ, eine Steuer auf Verhütungsmittel forderte. Ein Jahr später fiel er neuerlich auf, als er den rechtsextremen Diskurs über die „Umvolkung“ wieder aufnahm. Unter der Führung von Gudenus, der so wie Strache Mitglied der pennalen Burschenschaft Vandalia ist, schlug der RFJ einen stramm rechten Kurs ein. Der deutsche Neonazi Philipp Hasselbach beschrieb 2005 den RFJ so: “In der FPÖ-Jugend, dem Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ), sind sogar führende Funktionäre im Bundesvorstand intern als Nationalsozialisten bekannt, die auch in den entsprechenden Kreisen verkehren“.

Vor allem in Oberösterreich, aber auch in anderen Bundesländern, kam es in der Folge immer wieder zu personellen Schnittmengen zwischen RFJ- und Neonazi-Aktivisten.

Den Aufstieg von Johann Gudenus innerhalb der FPÖ behinderte das in keiner Weise. Nach seiner RFJ-Obmannschaft wurde er 2010 Klubobmann der FPÖ im Wiener Gemeinderat und ist mittlerweile auch Stellvertreter von Strache als Bundesparteiobmann.

2010 war der junge Gudenus gemeinsam mit Johannes Hübner, dem außenpolitischen Sprecher der FPÖ, Gast bei einem Kongress von Jobbik in Ungarn, 2012 visitierte er wieder mit Hübner Tschetschenien und stimmte mit dessen Diktator Kadyrow überein, dass die tschetschenischen Flüchtlinge in Österreich fast ausschließlich Asylbetrüger und Wirtschaftsflüchtlinge seien, die gefahrlos in ihre Heimat zurückkehren könnten.

Der Name Johann Gudenus fand sich auch in vielen Facebook-Gruppen, die durch aggressive Hetze und Rassismus auffielen: „Türkei nicht in die EU !!!!!!“, „Wir stehen zur FPÖ !!!“ und „Wir stehen zur FPÖ!“.


Gudenus in der inzwischen gelöschten Gruppe „Wir stehen zur FPÖ!!!“

Beim Rückzug aus solchen Gruppen verhielt sich Johann Gudenus nicht ungeschickt. Postings in der FB-Gruppe „Wir stehen zur FPÖ!“ bezeichnete er als „widerwärtig“ und „grauslich“, sich selbst sah er natürlich als Opfer.

Jetzt zitiert „Profil“ (7.10.2013) Johann Gudenus allerdings mit folgenden Sätzen bei einer Wahlkampfveranstaltung der FPÖ – in Erwartung eines freiheitlichen Wahlsiegs:

„Jetzt heißt es ‚Knüppel aus dem Sack!‘ für alle Asylbetrüger, Verbrecher, illegalen Ausländer, kriminellen Islamisten und linken Schreier“. Jetzt – so Gudenus weiter – werde „aufgeräumt in unserem schönen Österreich!“. Die Diktion ist so eindeutig und einschlägig, dass einem schlecht werden könnte!

Schon Wochen vorher war Johann Gudenus durch eine Hetz-Rede zu der seltsamen Feier „330 Jahre Befreiung von der Türkenbelagerung“ auffällig gewesen. Die Türken in Österreich bezeichnete er darin als „überdurchschnittlich oft kriminell“, behauptete, der Wiener Bürgermeister Häupl hole sich seine Befehle aus Ankara und sprach sogar von einem ungeschriebenen, vielleicht auch geschriebenen Pakt zwischen Häupl und manchen Machthabern in Ankara!


Gudenus schwört auf Eger, Strache gefällt das!

Eine sehr deutliche Stellungnahme zu den Äußerungen von Johann Gudenus gab es am Sonntag, 6.10. 2013 vom ehemaligen FPÖ-Justizminister Dieter Böhmdorfer in der ORF-Diskussionssendung „Im Zentrum“:

„Mir ist das sowas von zuwider, solche Äußerungen, und das ist der Beweis, dass sich die FPÖ, die unendlich viele Chancen … in diesem Land hat, selbst im Weg steht mit solchen Äußerungen, da brauchen wir überhaupt nicht reden darüber, da gibt es null Toleranz bei mir. Sage Ihnen ganz offen, das ist eine Katastrophe, dass solche Bemerkungen fallen überhaupt, weil ich muss wissen, dass das am nächsten Tag im Profil steht, da gibt es nichts. Vor allem, das Problem ist ja nicht nur diese – diese Schimpferei oder diese – diese – diese Biertisch-Politik, wie man das nennt, das Problem ist auch, dass keine Inhalte transportiert werde“.

Jetzt warten wir nur mehr (vergeblich) auf Konsequenzen…..