Israel: Neonazi-Kapo verurteilt

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Zwi­schen 2005 und 2007 wüte­te in der Gegend von Tel Aviv eine Neo­na­zi-Ban­de. Zahl­rei­che bru­ta­le Atta­cken auf Zuwan­de­rer, Schwu­le und reli­giö­se Juden sowie Haken­kreuz­schmie­re­rei­en wur­den von ihr ver­übt. Jetzt stand ihr Anfüh­rer, der 2007 nach Russ­land geflo­hen war, vor Gericht.

Dimi­t­ri Bogitch (25) hat­te sich 2007 sei­ner Ver­haf­tung durch die Flucht nach Russ­land ent­zie­hen kön­nen. Wie er waren auch die ande­ren Mit­glie­der der Neo­na­zi-Gang Zuwan­de­rer aus Russ­land. Die rus­si­schen Zuwan­de­rer, von denen vie­le der extre­men Rech­ten zunei­gen, haben in der Par­tei von Außen­mi­nis­ter Avigdor Lie­ber­man eine star­ke Ver­tre­tung in der Regierung.

Bogitch wur­de von Russ­land nach Kir­gi­si­en abge­scho­ben und von dort auf Grund eines inter­na­tio­na­len Haft­be­fehls nach Isra­el aus­ge­lie­fert. Im Jän­ner 2011 wur­de er wegen ver­schie­de­ner Ver­bre­chen, Ras­sen­het­ze und öffent­li­cher Feind­se­lig­keit ange­klagt. Das offe­ne Auf­tre­ten von Neo­na­zis im eige­nen Land hat­te die israe­li­sche Gesell­schaft geschockt; auch im Straf­recht war man für neo­na­zis­ti­sche Delik­te nicht wirk­lich gewappnet.

Bogitch wur­de von einem Gericht in Tel Aviv jetzt zu fünf Jah­ren Haft und zusätz­lich drei Jah­ren auf Bewäh­rung ver­ur­teilt. Die ande­ren acht Neo­na­zis waren schon vor­her zu Gefäng­nis­stra­fen ver­ur­teilt worden.

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