Wien: Prozess gegen Hitlers Verwandten

15. February 2017

Nein, es geht nicht um den steirischen Hitler-Klon, der sich als Wiedergänger des Nazi-Chefs inszeniert hat, sondern um den Wiener Arzt und verhinderten Präsidentschaftskandidaten, der sich als „letzten Verwandten Hitlers“ bezeichnet hat. Die Staatsanwaltschaft Wien hat rund ein Jahr nach einer Sachverhaltsdarstellung von Karl Öllinger Anklage nach § 3 g Verbotsgesetz gegen Thomas Unden erhoben.

Unden teilt einen Beitrag mit dem Inhalt “Meine Ehre heißt Treue”

Unden war zuletzt bei der Wahlparty der FPÖ am 4. Dezember 2016 aufgefallen, wo er gegenüber einem Interviewer des ORF die WählerInnen von Van der Bellen als „Volltrottel“ bezeichnete. Im Jänner 2016 hatte Unden durch Anschlag in seiner Kassenordination, danach auch öffentlich bekanntgegeben, dass er nicht länger „Asylanten“ behandeln werde, woraufhin ihm die Wiener Gebietskrankenkasse den Vertrag kündigte.

Nach der Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts der Wiederbetätigung erfolgte Ende Februar eine Hausdurchsuchung, bei der „umfangreiches nationalsozialistisches Propagandamaterial sichergestellt werden“ (APA, 14.2.2017) konnte. Weiter heißt es in der APA-Meldung vom 14.2.: „Bei der eingehenden Untersuchung des Laptops des Arztes wurde auf der Festplatte weiteres Belastungsmaterial gefunden. Mit von der Anklage umfasst sind auch Äußerungen des Mannes, mit denen er den Holocaust leugnete“.

Ein Termin für den Geschworenenprozess steht noch nicht fest.

(Viele) weitere Beiträge zu Unden:
Hitlers Verwandter bei der FPÖ-Wahlparty
Der Arzt, sein „Führer“ und die Flüchtlinge
Hausdurchsuchung bei anderem Kandidaten
Unden und die alte Frau aus Schweden
Hitlers Verwandter darf wieder ordinieren
Die Aussperrer erhalten Applaus und Nachahmer
Hitlers Verwandter auf der Krim?
Strache, der böse Wolf und die echten Nazis